Wer eine Spinnenphobie hat, weiß: Es ist leichter gesagt als getan, sich der Angst vor Spinnen zu stellen. Neurowissenschaftler:innen entwickelten aber eine App, die helfen könnte, sie zu reduzieren.

Gegen Spinnenphobie: Diese App soll helfen

Menschen mit einer Spinnenphobie meiden Räume wie Keller, um Situationen mit den Krabbeltierchen zu meiden. Oder sie verzichten auf bestimmte Reiseziele wie Australien, wo es gar gefährliche Spinnen gibt. In jedem Fall leben Menschen mit Angst vor Spinnen mit kleineren und größeren Einschränkungen im Alltag.

Bei Spinnenangst kann die sogenannte Expositionstherapie helfen. Bei diesem Therapieansatz werden Patient:innen mit den gefürchteten Tierchen konfrontiert: mit Bildern, Videos und schließlich mit der räumlichen Annäherung und Berührung. Auf diesem Prinzip basiert die gegen Spinnenangst entwickelte App Phobys. Sie verwendet ein realistisches 3D-Spinnenmodell, das in die reale Welt projizier wird.

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Das ist die App Phobys

Die App Phobys hat sich in einer klinischen Studie bereits bewährt. Anja Zimmer und ihre Kolleg:innen untersuchten die Wirksamkeit mit 66 Versuchspersonen.

Die Studienteilnehmenden sollten zwei Wochen lang sechs halbstündige Trainingseinheiten mit Phobys durchführen. Die Kontrollgruppe bekam keine Intervention. Sowohl vor als auch nach der Behandlung sollten sich die Proband:innen einer echten Spinne in einer durchsichtigen Box soweit nähern, wie es ihre Spinnenangst zuließ.

Das Ergebnis: „Die Gruppe, die mit Phobys trainiert hatte, zeigte deutlich weniger Angst und Ekel in der realen Spinnensituation und war in der Lage, näher an die Spinne zu gelangen als die Kontrollgruppe“, heißt es in einer Mitteilung der Universität Basel.

So funktioniert die Phobys-App

Bei Phobys gibt es neun verschiedene Level, um der virtuellen Spinne näher zu kommen. Mit jedem Level werden die Aufgaben schwieriger. Nach jedem Level müssen die Spielenden die eigene Angst und den eigenen Ekel bewerten. Die App entscheidet schließlich, ob das Level wiederholt werden soll. Außerdem gibt es belohnende Feedbacks, Animationen und Soundeffekte.

„Für Menschen, die Angst vor Spinnen haben, ist es leichter, sich einer virtuellen Spinne auszusetzten als einer echten“, erklärt Anja Zimmer, die Erstautorin der Studie.

Phobys kanns du dir sowohl im Play Store (zum Link) als auch im App Store (zum Link) herunterladen. Derzeit triumphiert sie jedoch nicht mit einer guten Bewertung: 138 User:innen vergeben durchschnittlich 1,6 von 5 Sterne im Play Store.

Quelle: Universität Basel, Studie: „Effectiveness of a smartphone-based, augmented reality exposure app to reduce fear of spiders in real-life: A randomized controlled trial“ (Journal of Anxiety Disorders, 2021)

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