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Vorsicht! Diese Apps teilen heimlich deine Daten mit Facebook

Ohne deine Zustimmung teilen unter anderem Gesundheits-Apps sensible Informationen mit Facebook – auch, wenn du dort keinen Account besitzt.

Privatsphäre-Einstellungen in Facebook
Facebook und Privatsphäre? Das passt für viele Menschen nicht zusammen. Nun wurde bekannt

Dass Facebook besonders neugierig ist, wenn es um deine privaten Daten geht, dürfte mittlerweile wirklich jedem bekannt sein. Doch was das „Wall Street Journal“ (WSJ) nun berichtet, ist auch für das soziale Netzwerk extrem.

Diese Apps geben deine Daten an Facebook weiter

Denn zahlreiche Apps sollen besonders sensible Daten von Usern mit dem Social-Media-Giganten teilen – ohne, dass diese einem solchen Austausch zugestimmt hätten. Zu den neugierigen Apps, die Daten an Facebook weitergeben, gehören einem Bericht von Zeit Online nach etwa die beliebte Menstruations-App „Flo Health“, die Gesundheits-App „Instant Herzfrequenz“ und die Immobilien-App „Realtor“.

Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, ob die Nutzer ein Konto bei dem sozialen Netzwerk besitzen oder nicht. Gibt der User Daten in die App ein, etwa seine Herzfrequenz, werden diese binnen Sekunden an Facebook geliefert. Eine Möglichkeit, die Weitergabe der Daten in den Einstellungen der jeweiligen App zu unterbinden, gab es nicht.

Elf Apps identifiziert

Der Test des „WSJ“ umfasst 70 Apps aus Apples App Store. Elf davon, so berichtet es die Zeit, gaben private Informationen der Nutzer an Facebook weiter. Weder Google noch Apple verpflichten Entwickler von Apps derzeit dazu, offenzulegen, welche Informationen der App mit wem geteilt werden.

Facebook selbst bestreitet die Entdeckungen nicht, weist jedoch die Schuld von sich. Das Teilen solch privater Daten verstoße gegen die eigenen Richtlinien und man haben die betroffenen Entwickler aufgefordert, die Praxis einzustellen. Sollten sie das nicht tun, könnte der Konzern zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Wann das passieren könnte und welche Maßnahmen ergriffen werden könnten, blieb unklar.

Verstoß gegen europäischen Datenschutz

„Für sensible Daten brauchen Unternehmen eigentlich immer eine Einwilligung – wahrscheinlich sowohl der App-Entwickler als auch Facebooks“, zitiert Zeit Online den niederländischen Rechtsprofessor Frederik J. Zuiderveen und könnten somit gegen geltende Datenschutzgesetze in Europa verstoßen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook durch fragwürdige Praktiken in Sachen Datenschutz auffällt. Alleine 2019 steht Facebook sieben Datenschutzverfahren gegenüber.

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