TikTok hat in den letzten Jahren einen geradezu kometenhaften Aufstieg hingelegt. Die Social-Media-Plattform wird immer beliebter und stellt dabei kurze Videos zu allerlei Themen in den Mittelpunkt der Nutzenden. Die können selbstverständlich auch fleißig kommentieren. Doch wie jetzt herauskam, können bestimmte Wortbeiträge nicht gesehen werden. Grund dafür sind bestimmte Wörter, die offenbar automatisch blockiert werden.

TikTok: Bestimmte Wörter blockiert

Wie die Tagesschau berichtet, benutzt man bei TikTok in Deutschland offenbar Filter für bestimmte Wörter. Man habe dazu auf verschiedenen Konten versucht, Kommentare mit 100 bestimmten Wörtern und Wortkombinationen zu posten. Bei 19 schlug das allerdings auch nach dem dritten Versuch fehl. Diese Kommentare konnte andere Nutzer und Nutzerinnen nicht sehen, einen entsprechenden Hinweis auf Seiten der Verfasser*innen gab es allerdings nicht.

Zu den augenscheinlich problematischen Wörtern zählten unter anderem „Sex“ und „Porno“, die zumindest eine Maßnahme für den Jugendschutz vermuten ließen. Allerdings gingen auch Beiträge mit Wörtern wie „schwul“, „queer“, Ausschwitz“ oder „Nationalsozialismus“ nicht durch. Ferner weitete man den Test auch auf Begriffe aus, die in chinesischen sozialen Medien generell zensiert werden, schließlich handelt es sich bei TikTok um eine chinesische Entwicklung. So zum Beispiel den Namen von Peng Shuai, die Tennisspielerin, die dem ehemaligen Funktionär Zhang Gaoli sexuellen Missbrauch vorwarf. Auch Kommentare mit ihrem Namen erschienen nicht.

Dies ist die Liste der Wörter, die im Test den Filter ausgelöst haben:

Auschwitz
gay
Heterosexuelle
homo
homophob
homosexuell
LGBTQ
LGBTQI
Nationalsozialismus
Peng Shuai
Porno
Pornografie
Prostitution
queer
schwul
Sex
Sexarbeit
Sklaven
Terroristen

TikTok gesteht Wortblocker

Auf Anfrage habe TikTok dieses Vorgehen zugegeben und mit der Vermeidung potenziell schädlicher Kommentare begründet. Es sei aber nicht zielgerichtet gewesen und man wolle die Maßnahme überarbeiten. Im Test deuteten sich auch ein fehlendes System und die fehlende Berücksichtigung des jeweiligen Kontextes an. Kommentare mit dem Wort „Sklaverei“ funktionierten, mit „Sklaven“ allerdings nicht.

Dies ist übrigens die Liste aller Wörter, die im Test der Tagesschau ausprobiert wurden:

1984, abspalten, Akzelerationismus, Animal Farm, Apple Daily, Arbeitslager, Auschwitz, autoritär, Baozi, bestialisch, bisexuell, Central Tibetan Administration, China, Chloe Zhao, Chung Pui Kuen, Dalai Lama, Denise Ho, Diktatur, Exilregierung, Free Tibet, freeuyghurs, gay, gefangen, Gefangenenlager, gender, George Orwell, Geschlechtsangleichung, Great Firewall, Große Brandmauer, Guonan, Heterosexuelle, homo, homophob, homosexuell, Hong Kong, Hongkong, Jimmy Lai, kapitalistisch, Lam Shiu, lesbisch, LGBTQ, LGBTQI, Li Keqiang, Li Wenliang, Liu Xiaobo, Lobsang Sangay, Margaret Ng, Minderheit, Muslime, Nathan Law, Nationalsozialismus, Never forget, nichtbinär, Nomadland, Patrick Lam, Peng Shuai, Porno, Pornografie, Prostitution, queer, rassistisch, Ray Wong, rechtsextrem, Rechtsextreme, Rechtsextremismus, Reize, räuberisch, schwul, Seperatisten, Sex, Sexarbeit, Sklaven, Sklaverei, Slip, Stand News, Taipeh, Taiwan, Tank man, Tenzin Gyatso, Terroristen, Tian’anmen, Tiananmen, transgender, transsexuell, Tsai Ing-wen, Uiguren, Umbrella Revolution, umerziehen, Unabhängigkeit, unterdrückt, Victoria Park, White Supremacy, Widerstand, Winnie Puuh, Xi Jinping, Xinjiang, Zao Ziyang, Zhang Gaoli, Zwangsarbeit, Überwachung

Nach Bekanntwerden der Filter sollen mittlerweile erste Wörter wieder funktionieren. Zudem wurde die vermeintliche Zensur von Peng Shuai mit der Buchstabenfolge „hua“ begründet, was im österreichischen Sprachraum als „Hure“ zu verstehen ist. Unabhängig von den Filtern lässt sich mit der Plattform eine erfolgreiche Karriere starten: So viel Geld kannst du bei TikTok verdienen, wenn deine Reichweite ausreichend groß ist.

Quelle: Tagesschau

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