Seit einigen Wochen schon kriselt es beim Volkswagen-Konzern. Grund dafür sind Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Neuausrichtung des deutschen Autobauers. Nun scheint die Lage zu eskalieren. Im Rahmen einer regulären Sitzung soll der VW-Aufsichtsrat dem Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess das Misstrauen ausgesprochen haben. Sollte die Situation nicht an Schärfe verlieren, könnte er schon bald seinen Posten hinter sich lassen.

Herbert Diess: Misstrauen bei Volkswagen

Schon im Vorgespräch soll es zu Spannungen gekommen sein. Beteiligt waren dem Handelsblatt zufolge der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch, Wolfgang Porsche als Vertreter der Eigentümerfamilien und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Auch der IG-Metall-Chef Jörg Hofmann und die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo seien anwesend gewesen.

Es wird berichtet, der Vermittlungsausschuss wolle sich mit der Vorstandsbesetzung befassen. Förmlich seien Verfahrensschritte noch nicht vorbereitet, allerdings sei der Aufsichtsrat zunehmend irritiert vom Verhalten des VW-Chefs Herbert Diess.

„Derzeit werden konstruktive und vertrauliche Gespräche geführt. Etwaige Ergebnisse werden zu gegebener Zeit mitgeteilt.“

Sprecher des Aufsichtsrats

Woher die Stimmung rührt

Die Lage bei Volkswagen scheint sich schon seit einigen Wochen hochzuschaukeln. Durch Konkurrenten wie Tesla steht das Unternehmen angesichts der Verkehrswende unter Druck. Herbert Diess will den „neuen Wettbewerb annehmen“ und das Stammwerk in Wolfsburg revolutionieren. Zugleich machte Diess zuletzt darauf aufmerksam, dass rund 30.000 Arbeitsplätze auf der Kippe stünden, wenn der Umbau nicht schnell genug gelinge.

Nichtsdestotrotz wollte der Manager offenbar der Betriebsversammlung am Donnerstag fernbleiben. Er habe ihr einen Termin mit US-Investoren vorgezogen. Von der Betriebsratschefin und Aufsichtsrätin Daniela Cavallo habe er dafür ungewöhnlich scharfe Kritik geerntet. Wie es scheint, soll Herbert Diess nach den jüngsten Reibereien nun doch an der Versammlung teilnehmen.

Quellen: Handelsblatt

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