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Fusion von Car2Go und DriveNow steht angeblich bevor

Eine offizielle Bestätigung der beiden Firmen steht noch aus, Medienberichte gehen jedoch von einer Fusion der Carsharing-Anbieter aus.

Das Logo von Car2Go und DriveNow.
Foto: Car2Go/DriveNow

Aktualisiert: Wie BMW soeben per Presseaussendung mitteilte, habe der Konzern sämtliche Anteile an DriveNow von Sixt übernommen und ist damit alleiniger Eigentümer des Carsharing-Anbieters. Die heutige Vertragsunterzeichnung erfolgte vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden. Es bleibt abzuwarten, ob dies ein weiterer Schritt in Richtung Fusion mit dem Dienst Car2Go ist, über den wir vor wenigen Tagen berichteten. Als alleiniger Eigentümer des Dienstes dürften den Bayern die Fusionsverhandlungen erheblich leichter fallen.

Unter Berufung auf Insiderquellen berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung über eine kurz bevorstehende Fusion der beiden deutschen Carsharing-Anbieter Car2Go und DriveNow. Car2Go-Mutter Daimler und DriveNow-Teilhaberin BMW seien sich über die Konditionen einer Unternehmens-Zusammenlegung einig geworden. Auch der Autovermieter Sixt, der 50 Prozent an DriveNow hält, soll seine Zustimmung bereits gegeben haben.

Gerüchte hielten sich hartnäckig

Auf futurezone-Anfrage bei Car2Go Österreich heißt es: „Wir können dazu nichts sagen. Gerüchte über eine Fusion gibt es allerdings schon lange. Im Dezember 2016 hörte man das erste Mal davon, danach wieder im Frühjahr 2017 und im Herbst 2017. Das Gerücht ist offensichtlich hartnäckig.“ DriveNow teilt der futurezone mit: „Zu den aktuellen Berichten äußern wir uns grundsätzlich nicht.“

Allianz gegen Uber

Eine Fusion von Car2Go und DriveNow könnte beiden Unternehmen dabei helfen, sich im internationalen Mobilitätsmarkt gegen Fahrtendienste wie Uber oder Didi Chuxing zu behaupten, berichtet die FAZ. Die beiden deutschen Anbieter zählen zu den größten im Carsharing-Bereich. Car2Go kann weltweit drei Millionen Kunden vorweisen, DriveNow rund eine Million Kunden.

Autohersteller entwickeln sich zu Mobilitätsanbietern

Während DriveNow in mehreren europäischen Städten Carsharing-Flotten betreibt, hat sich Car2Go bereits in fernere Länder vorgewagt. Der Anbieter ist unter anderem in den USA und in China aktiv. Das Carsharing-Geschäft nutzt den dahinterstehenden Fahrzeugherstellern auf vielfältige Weise. Einerseits werden Kunden so auf günstige Weise an neue Modelle herangeführt.

Andererseits können gigantische Mengen an Daten zum Fahrverhalten der eigenen Autos in unterschiedlichen Bedingungen gewonnen werden. Das Carsharing-Geschäft eröffnet den Autoherstellern außerdem die Möglichkeit, vom reinen Hersteller zum Mobilitätsanbieter mit Fahrzeugen und Dienstleistungen zu werden und auf diesem Gebiet Erfahrungen zu sammeln.

Car2Go und DriveNow experimentieren in ihren jeweiligen Carsharing-Sparten außerdem zunehmend mit Elektromobilität. In Amsterdam betreibt Car2Go etwa eine rein elektrische Flotte.

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Das Geschäft von Car2Go und DriveNow wird zusammengenommen mit einer Milliarde Euro bewertet. Während Car2Go als profitabel gilt, halten sich Kosten und Einnahmen bei DriveNow angeblich die Waage.

Was bedeutet das für den Carsharing-Kunden?

Welche Konsequenzen eine Fusion für die Kunden hätte, lässt sich noch nicht vorhersagen. Zusammenkünfte wie diese bringen auch Vorteile mit. So könnten Kunden beispielsweise in Zukunft nur noch eine App benötigen, um die Flotten beider Anbieter zu nutzen. Auch erhöht sich die Anzahl der verfügbaren Wagen, wenn Nutzer auf beide Flotten zugreifen können.

Aber auch negative Effekte wären möglich. Die beiden Anbieter zusammengenommen würden den deutschen Markt im Bereich Carsharing dominieren. Eine solche Marktdominanz könnte auf Dauer zu höheren Preisen für die Verbraucher führen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf futurezone.at.

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