Geld regiert die Welt. Wenn jedoch die Kontrolle über die eigenen Zahlungsmittel verloren geht, trifft das umso mehr zu. Viele Menschen verbinden Inflation mit bedrohlichen Konsequenzen, mit dem Verfall der Währung und nicht mehr bezahlbaren Produkten des Alltags. Dabei gehört die Entwertung unseres Geldes zu unserem Wirtschaftssystem dazu.

Inflation findet immer statt

Unser Wirtschaftssystem fußt auf dem Prinzip des freien Waren- und Dienstleistungsflusses. In einer freien Marktwirtschaft sind die Preise also nie fest an einen Wert gebunden, sondern variieren mit den vorherrschenden Gegebenheiten. Eine Inflation beschreibt in der Regel einen Zustand, in dem es innerhalb eines Landes mehr Geld als Güter gibt. Fällt die Differenz zu hoch aus, verliert die Währung spürbar ihren Wert.

Das beeinträchtig am Ende auch die Währung eines jeweiligen Landes, weil mit immer gleich viel Geld nicht immer die gleichen Leistungen bezahlt werden können. Wenn die Preise für Waren und Dienstleistungen allgemein ansteigen, dann bezeichnen Ökonom*innen diese Entwicklung als Inflation. Die Inflationsrate, also der jährliche Preisanstieg, ist von drei Warenkategorien abhängig:

  • Alltagsprodukte (zum Beispiel Lebensmittel oder Kosmetik)
  • Gebrauchsgüter (zum Beispiel Automobile oder Kühlschränke)
  • Dienstleistungen (zum Beispiel Lieferdienst oder Mietzahlungen)

Wie die Europäische Zentralbank auf ihrer Website schreibt, bestimmt der Durchschnitt dieser Faktoren die Inflationsrate. Ziel sei es den Preisanstieg, also die durchschnittliche Teuerung, so gering wie möglich zu halten. Die EZB hat dafür eine ideale Inflationsrate von zwei Prozent festgesetzt. Inflation findet somit immer statt, weil der Wert des Geldes bezogen auf die Waren und Dienstleistungen schwindet.

Das Gespenst der Hyperinflation

Für die Wirtschaft ist es jedoch wichtig, wie schnell Waren und Dienstleistungen teurer werden. Steigt die Inflationsrate zu schnell an, könnte dass in eine sogenannte Hyperinflation führen. Das Geld würde schlagartig an Wert verlieren, dass davon faktisch nichts mehr übrig bleibt und als Zahlungsmittel sinnlos wird. Die Inflation würde einen kritischen Punkt überschreiten.

So geschehen ist das etwa in Venezuela, wo die Inflationsrate laut Statista allein 2018 über 65.000 Prozent betrug. Die Gründe für eine solch rasante Geldentwertung liegen im Rohstoffreichtum des Landes. 2012 brach der Ölpreis ein und die Erdölförderung. Kurzgefasst schmiss das Land die Notenpresse an, um ausstehende Zahlungen an ausländische Investoren zu begleichen.

Das führte jedoch zu einer extrem schnellen Entwertung des Geldes. Das Problem: Zum wachsenden Geldberg gab es keinen Gegenwert mehr. Das heizte die Inflation in Venezuela in einem kaum vorstellbaren Ausmaß an.

Ohne geht es nicht

Und trotzdem gehört ein Mindestmaß an Geldentwertung zur Wirtschaft dazu, wie auch Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Wichtig ist jedoch, dass sich die Inflationsrate, also die Preisentwicklung von Gütern und Dienstleistungen, nicht schlagartig verändert. Ohne geht es eben nicht.

Falls du aber wissen möchtest, was eigentlich ein Broker ist, haben wir auch hierauf eine Antwort parat. Außerdem können wir dir erklären, was die digitale Kryptobörse Coinbase auszeichnet.

Quellen: eigene Recherche, Europäische Zentralbank, Statista

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine: Hier kannst du den Betroffenen helfen.

Du willst mehr von uns lesen? Folge uns auf Google News.