Die Bundesnetzagentur (BNetzA) warnt vor Telefonbetrug. Ein neuer Bericht zeigt, wie viele Beschwerden über unerwünschte Anrufe im Jahr 2021 eingegangen sind. Darin steht unter anderem auch, wie dreist Betrüger:innen vorgehen. Es gibt jedoch bereits Pläne, Angerufene besser zu schützen.

Telefonbetrug: Das sagt die Bundesnetzagentur

Unter Berufung auf einen internen Bericht der Behörde berichtet die Rheinische Post, dass in diesem Jahr mehr als 35.000 Beschwerden über Telefonbetrug eingegangen sind. Unter Vorwänden werden Angerufene dazu aufgefordert, einen Internet-Link anzuklicken. Dieser führt jedoch zum Download einer Schadsoftware, die wiederum massenhaft SMS-Kurznachrichten verschickte. So wurden Opfer zum Teil viel Geld los.

Laut Bericht waren „Mobilfunkgeräte in sämtlichen deutschen Mobilfunknetzen“ betroffen. Doch in Gesprächen mit den Mobilfunkbetreibern, habe die Bundesnetzagentur dafür gesorgt, dass betroffene Verbraucher:innen von den entstandenen Kosten freigestellt wurden oder deutlich weniger zahlen mussten.

Die Vorwände der Kriminellen waren etwa der angebliche Versand eines Paketes. Die Behörde warnt daher, nicht auf empfangene Links zu klicken.

Das ist aber nicht der einzige Trick der Betrüger:innen. Sie geben offenbar häufig auch vor, sie seien von der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder von einer bestimmten Bank, um an das Geld der Opfer zu kommen. In solchen Fällen sei die übermittelte und angezeigte Rufnummer gar manipuliert oder geklaut. Sogar Faxgeräte würden noch genutzt werden, um für Corona-Schnelltests oder Schutzmasken zu werben. Mehr als 14.000 Beschwerden gingen laut Bericht ein.

So sollst du geschützt werden

Laut der Agentur wurden 2021 bereits 700 Rufnummern abgeschaltet und 8.500 Nummern mit einem „Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot“ belegt. Außerdem seien gegen rund 4.000 Rufnummern Auszahlungsverbote verhängt worden.

Die Behörde geht laut der Rheinischen Post davon aus, dass Beschwerden über Telefonbetrug ab dem 1. Dezember 2021 abnehmen werden. Ab diesem Tag treten gesetzliche Schutzmechanismen für Verbraucher:innen in Kraft.

Laut Verbraucherzentrale bringt ein Telekommunikationsgesetz viele neue Regeln für Festnetz-, Internet- und Mobilfunkverträge:

„Anbieter müssen Ihnen künftig eine Vertragszusammenfassung in Textform (z.B. eine PDF per E-Mail oder in ausgedruckter Form) geben, bevor Sie einen Telefonvertrag (für Festnetz, Internet und/oder Mobilfunkanschluss) abschließen.“

Verbraucherzentrale

Im Vertrag muss Folgendes ausdrücklich stehen:

  • die Kontaktdaten des Anbieters
  • wesentliche Merkmale der einzelnen zu erbringenden Dienste
  • Aktivierungsgebühren
  • Laufzeit und Bedingungen für Verlängerung und Kündigung

Da dir diese Informationen nach Vertragsabschluss nicht ausgehändigt werden kann, wenn du Angebote am Telefon erhältst, muss der Anbieter dir diese Zusammenfassung „unverzüglich nach Vertragsschluss zur Verfügung stellen“.

Schütze dich selbst

Regelmäßig stellen bestimmte Plattformen wie Clever Dialer oder tellows dir unbekannte Nummern zusammen, bei denen es sich mit Sicherheit um Spam handelt. Du kannst sie am besten sofort blockieren. Erst kürzlich warnte das Bundeskriminalamt etwa vor einem bestimmten Telefonbetrug. Du bist unsicher, ob du gerade mit einer kriminellen Person telefonierst? Stelle drei Fragen, um Spam-Anrufe zu entlarven.

Quelle: Rheinische Post, Verbraucherzentrale

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