Vor Werbekunden präsentierte Google am Dienstag ein neues Tool, das es dem Konzern ermöglichen soll zu erheben, wieviel Geld Kunden in physischen Geschäften ausgeben, nachdem sie auf Online-Werbung geklickt haben. Dazu gleicht Google die Klicks auf Online-Werbung von eingeloggten Google-Nutzern mit Daten zu Käufen mit Kredit- und Bankkarten im Handel ab, berichtet die Los Angeles Times.

Maschinelles Lernen

Google gab an, in den USA über Partner Zugang zu 70 Prozent aller Kredit- und Bankkarten-Transaktionen zu haben. Um das Kaufverhalten seiner Nutzer über verschiedene Kanäle hinweg verfolgen zu können, setzt Google Datenanalyse-Modelle und maschinelles Lernen ein.

Auf Basis der aggregierten Daten könne zwar nicht erhoben werden, was konkret gekauft wurde oder wieviel bestimmte Personen ausgegeben haben, es erlaube aber Rückschlüsse über die Wirkung von Online-Werbung, wird Sridhar Ramaswamy, der bei Google für das Werbegeschäft zuständig ist, von der Zeitung zitiert.

Persönliche Informationen seien bei den Einkäufen im physischen Handel von Google nicht einsehbar, umgekehrt könnten auch Partnerunternehmen nicht auf von Google gesammelte Daten zugreifen, sagte Ramaswamy.

Studien belegen Identifizierung trotz Anonymisierung

Dass trotz der Anonymisierung von Kreditkartendaten eine Identifizierung möglich ist, hat eine Studie gezeigt, bei der Leute nach nur drei anonymisierten Kreditkartentransaktionen identifiziert werden konnten. Datenschützer sind deshalb wohl nicht ohne Grund besorgt. Miro Copic von der San Diego State University sprach von „massiven Implikationen für die Privatsphäre“. Er warnte auch vor den Folgen solcher Datensammlungen. Selbst wenn Google gute Absichten verfolge, könnten die Daten künftig missbraucht werden.

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