Bevor du dich mit Backup-Software eindeckst, weil du befürchtest, dass es eigentlich nicht mehr lange dauern kann, bis du deine Daten unvorhergesehen einbüßt: Microsoft Windows kommt mit integrierten, leicht bedienbaren Tools daher, die dir helfen, dein Windows Backup zu erstellen. Ganz automatisch sicherst du damit deine Daten auf einer externen Festplatte oder einem freigegebenen Netzwerk-Speicherort.

Die 3-2-1-Regel für dein Windows Backup

Um wirklich auf Nummer sicher zu gehen, kannst du der sogenannten 3-2-1-Regel der Datensicherung folgen. Diese besagt, wie viele Backup-Dateien du erstellen und wo du diese speichern solltest:

  • 3: Du brauchst mindestens drei Kopien deiner Daten.
  • 2: Speichere diese Kopien auf zwei verschiedenen Medien.
  • 1: Bewahre eine Backup-Kopie an einem externen Speicherort auf.

Microsofts Tools für dein Windows Backup

Um die integrierten Tools für ein automatisiertes und kontinuierliches Windows Backup nutzen zu können, musst du sie lediglich einmal einrichten. Zusätzlich kannst du entscheiden, ob deine Windows Backup-Dateien dazu auf einer externen Festplatte oder einem freigegebenen Netzwerk-Speicherort, zum Beispiel einem NAS-Server, abgelegt werden. Im besten Fall haben beide Medien deutlich mehr Speicherkapazität als deine Ausgangsfestplatte, denn dann bist du in der Lage, gleich mehrere Kopien oder Versionen der Dateien abzuspeichern.

Windows Backup mit Windows 7 (Windows 10) und Windows 8

Unter Windows 7 steht dir ein Hilfsprogramm namens „Sicherung des Computers“ zur Verfügung, bei Windows 10 heißt es „Sichern und Wiederherstellen„. Für Windows 8 wurde das Tool modernisiert und in die beiden Teile „Dateiversionsverlauf“ und „Systemabbild“ augesplittet.

  • Schritt 1: Um ein Windows Backup ausführen zu können, öffne zuerst das Hilfsprogramm. Für Windows 7 (Windows 10) bedeutet das, auf den Start-Knopf zu klicken, „sichern“ in die Suchleiste einzugeben und „Sicherung des Computers“ beziehungsweise „Sichern und Wiederherstellen“ auszuwählen. Unter Windows 8 tippst du „backup“ ein und wählst „Sicherungskopien von Dateien mit Dateiversionsverlauf speichern“ aus. Klicke hier auf den „Einschalten“-Button, bei Windows 7 (Windows 10) klickst du auf „Sicherung einrichten“.
  • Schritt 2: Wähle den Ort für dein Windows Backup aus. Windows sucht automatisch nach verfügbaren, angebundenen Laufwerken, aus denen du wählen kannst. Hast du Windows 7 (Windows 10) klickst du auf „Im Netzwerk speichern“, unter Windows 8 nutzt du „Laufwerk auswählen“.
  • Schritt 3: Lege den Ordner für dein Windows Backup fest. Das Windows 7 „Sichern und Wiederherstellen“-Tool fragt dich, ob du Windows die Auswahl überlassen oder selbst einen Backup-Ordner festlegen möchtest.
  • Windows wählt: Deine Dateien aus den Bibliotheken, auf deinem Desktop und den voreingestellten Windows-Ordnern werden automatisch gespeichert. Zusätzlich erstellt Windows ein Systemabbild, damit du deinen Rechner als Ganzes wiederherstellen kannst (Systemabbilder enthalten alle Informationen auf dem Computer zu einem bestimmten Zeitpunkt). Achtung: Nicht gesichert werden Programm-Dateien, jegliche Dateien, die im FAT-Dateisystem formatiert sind, gelöschte Dateien im Mülleimer oder temporäre Dateien, die ein GB oder größer sind.
  • Du wählst: Du kannst dir aussuchen, welche Ordner du in dein Windows Backup ein- oder davon ausschließen willst. Du hast auch die Option, ein Systemabbild zu erstellen.
  • Das Windows 8-Dateiversionsverlauf-Tool wählt automatisch für dich und speichert deine Dateien auf dem Desktop, in den Bibliotheken, den Kontakten und OneDrive-Ordnern. Du kannst selbständig Ordner deiner Bibliotheken ausschließen sowie durch Anwendungen generierte Ordner, die bei Neuinstallation rekonstruiert werden.
  • Schritt 4: Einstellungen speichern und das Windows Backup ausführen.

Optimiere deinen Windows Backup-Zeitplan

Bei Windows 7 (Windows 10) und 8 gibt es zusätzlich die Möglichkeit, deinen Backup-Zeitplan anzupassen.

Windows 7 (Windows 10): Im Menü „Sicherung des Computers„/ „Sichern und Wiederherstellen“ gibt es im Bereich „Zeitplan“ die Option „Einstellungen ändern„. Hier muss das Laufwerk ausgewählt werden, dass du für dein Windows Backup festgelegt hast sowie die Dateien, die du sichern möchtest. Anschließend kannst du unter „Zeitplan ändern“ die Frequenz des Windows Backups individuell nach Häufigkeit, Wochentag und Uhrzeit anpassen.

Windows 8: Im Menü „Sicherungskopien von Dateien mit Dateiversionsverlauf speichern“ findest du in der linken Navigationsleiste die Option „Erweiterte Einstellungen„. Hier kannst du die Häufigkeit im Minutentakt bis maximal täglich, sowie die Größe des Offlinecache und die Aufbewahrungszeit gespeicherter Versionen festlegen.

Dateien aus deinem Windows Backup wiederherstellen

So einfach wie die Sicherung deiner Dateien funktioniert auch das Wiederherstellen.

Windows 7 (Windows 10): Gehe ins Menü „Sicherung des Computers„/ „Sichern und Wiederherstellen“ und wähle unten rechts „Eigene Dateien wiederherstellen“ an. Standardmäßig werden alle Dateien der letzten gesicherten Version wiederhergestellt.

Du kannst aber auch auf „Anderes Datum auswählen“ klicken, um den gewünschten Wiederherstellungszeitpunkt auszuwählen. Ordner und Dateien wählst du dagegen über die entsprechenden Buttons in der rechten Navigationsleiste.

In der linken Spalte klickst du nun doppelt auf den Speicherort, der dein Windows Backup beinhalten, im Hauptfenster wählst du den dazugehörigen Ordner aus. Einzelne Dateien können auf dieselbe Weise wiederhergestellt werden.

Die ausgewählten Ordner und Dateien werden in einer Liste zusammengefasst. Du kannst die Vorgänge also solange wiederholen, bis diese Liste vollständig ist, und klickst anschließend „Weiter“.

Jetzt hast du die Wahl, ob du deine Dateien am Ursprungsort oder an einem anderen Ort wiederherstellen möchtest. „Am Ursprungsort“ werden gegebenenfalls spätere Versionen der Dateien überschrieben.

Windows 8: Im Menü „Sicherungskopien von Dateien mit Dateiversionsverlauf speichern“ klickst du auf „Persönliche Dateien wiederherstellen“ in der linken Navigationsleiste.

Im folgenden Fenster wählst du die Ordner und Dateien aus, die wiederhergestellt werden sollen, indem du die Checkboxen neben den Ordnern oder die Dateinamen anklickst. Standardmäßig werden dir die aktuellsten Versionen deiner Ordner angezeigt. Du kannst aber den Zurück-Pfeil nutzen, um dir früher gespeicherte Versionen anzeigen zu lassen.

Fazit: Windows Backup in nur wenigen Schritten

Bevor du Gefahr läufst, für dich wichtige Daten zu verlieren, bietet sich ein schnelles Windows Backup in jedem Fall an. Die einzelnen Schritte sind je nach Windows Version etwas unterschiedlich, insgesamt aber schnell und einfach nachzuvollziehen. Gut ist auch, dass du mindestens die Häufigkeit deines Windows Backups individuell einstellen kannst. Für alle, denen die Grundsicherung reicht, gibt es entsprechende Voreinstellungen.

Zum Wiederherstellen deiner Dateien ist ebenfalls nicht viel Aufwand nötig, und du wirst dich im Nachhinein freuen, dass dir deine Daten wieder zur Verfügung stehen.

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