Der Kurznachrichtendienst Twitter war bisher für das Zeichenlimit in seinen Tweets bekannt. Mehr als 140 Zeichen waren okay, danach war Schluss, der Rest wurde einfach abgeschnitten. Viele Nutzer seien mit dieser Begrenzung unzufrieden. Deshalb testete Twitter vor wenigen Wochen den 280-Zeichen-Tweet. Zwar zunächst mit einer kleinen Nutzergruppe, doch ganz nach dem Motto: In der Kürze liegt die Würze.

Zwei Männer aus Deutschland, die bei Twitter unter den Accounts @Timrasett und @HackneyYT zu finden sind, sehen das anders. Am Wochenende schafften sie es, Twitter auszutricksen und einen Tweet mit 35.000 Zeichen abzusetzen. Das berichtet The Next Web. Zwar hat Twitter selbst den Tweet mittlerweile gelöscht, doch das Internet vergisst nie: Auf der Archiv-Seite Wayback Machine könnt ihr ihn euch ebenso noch anschauen wie hier im Screenshot:

Ob der Nonsens-Text wirklich 35.000 Zeichen lang war, haben wir nicht nachgezählt. Am Anfang des Tweets heißt es jedenfalls: „Leute! @Timrasett und @HackneyYT können das Zeichen Limit überschreiten! Ihr glaubt uns nicht? Hier der ca. 35k Zeichen Beweis“. Es folgt eine wirre, sehr lange Buchstabenfolge.

Laut den beiden Deutschen war das aber noch nicht alles. Während @Timrasett resümierte, man hätte lediglich zeigen wollen, wie leicht Twitter zu knacken sei, verkündete @HackneyYT, dass die beiden User weiterhin nach Twitter-Bugs suchen würden: „Die 35.000 Zeichen waren erst der Anfang!“

Wie genau sie das Zeichenlimit überschreiten konnten, verrieten die Männer nicht. Was ist also das Geheimrezept? Ein anderer Twitter-User meint es zu wissen, im Tweet am Anfang dieses Artikels erklärt er es: Demnach sei der Hauptteil des 35.000-Zeichen-Tweets eine URL.

Ein offizielles Statement von Twitter zu der Aktion gab es bisher nicht, doch die beiden verantwortlichen User wurden temporär in dem Netzwerk gesperrt. Auch das machten sie öffentlich. Mittlerweile sind die Profile aber wieder freigeschaltet.

Twitter mag es nicht, veralbert zu werden. Vor allem nach sinkenden Quartalszahlen will der Kurznachrichtendienst nun endlich Geld verdienen. Auch als mutmaßliche Verbreiter manipulierter Inhalte aus Russland im US-Präsidentschaftswahlkampf steht der Konzern in der Kritik. Mit maschinellem Lernen als Basis soll den Anlegern ein Geschäftsmodell für die Zukunft präsentiert werden.

Du willst mehr von uns lesen? Folge uns auf Google News.