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Update: Von Daimler gemieteter Tesla wird ramponiert zurückgegeben - Jetzt meldet sich Sixt

Hier ein Model X, ohne Beschädigungen. Das Exemplar, das Daimler sich auslieh um Tests daran durchzuführen, sah am Ende nicht mehr so hübsch aus.
Hier ein Model X, ohne Beschädigungen. Das Exemplar, das Daimler sich auslieh um Tests daran durchzuführen, sah am Ende nicht mehr so hübsch aus.
Foto: imago stock & people
Über den Autovermieter Sixt besorgte sich Daimler den Wagen der Konkurrenz – zu Testzwecken. Jetzt meldet sich Sixt zu Wort mit gravierenden Anschuldigungen gegenüber den Besitzern.

Update: Nachdem sich Autohersteller Daimler jüngst via Sixt einen Tesla gemietet und diesen in fragwürdigem Zustand zurückgegeben hatte, meldet sich nun der Autovermieter.

Sixt äußert sich zu Daimler-Tesla-Crash

Dieser erhebt schwere Vorwürfe gegenüber den Besitzern des Tesla. So sei die Schadenssumme von einem Dekra-Sachverständigen ursprünglich auf 15.700 Euro geschätzt und später auf 85.000 Euro "aufgerundet" worden. Sixt habe den Betrag von insgesamt 18.500 Euro, der auch die Kosten für den Gutachter sowie den Fahrzeugminderungswert beinhaltete, aber bereits zeitnah erstattet.

Besitzer wollten Sixt Schweigegeld zahlen

Darüber hinaus sollen die Besitzer des Tesla ein Schweigegld in Höhe von 20.000 Euro in Aussicht gestellt haben, das Sixt nach eigenen Angaben jedoch aufgrund von Sittenwidrigkeit abgelehnt habe. Am 5. Dezember erhielt Sixt eine zusätzliche Rechnung über 185.000 Euro, die sich auf die "Schadensregulierung samt Kauf des gebrauchten Fahrzeugs" bezog.

Tesla-Test durch Daimler war allen Parteien bekannt

Insgesamt wäre sowohl den Eigentümern des Tesla als auch Autovermieter Sixt von Anfang an bekannt gewesen, dass der Vermietung des Fahrzeugs an Daimler durch Tests- und Vergleichszwecke motiviert war.

Hintergrund des Daimler-Tesla-Aufregers

Eine verzogene Heckklappe, mit Klebeband angebrachte Verkleidungsteile, beschädigter Lack und eine bis zum Anschlag ausgereizte Antriebseinheit, die wenig später den Geist aufgab. Das ist die Bilanz mehrerer Testfahrten, die offenbar Daimler-Mitarbeiter auf verschiedenen europäischen Teststrecken des Konzerns mit einem Wagen des Konkurrenten Tesla durchführten, berichtet „Spiegel online“. Der rund 200.000 Euro teure Tesla Model X 100 wurde dazu für sieben Wochen angemietet, heißt es in dem Bericht weiter. Insgesamt dürften Schäden von mehr als 15.000 Euro sowie ein Wertverlust des Autos von 2.000 Euro entstanden sein.

Autovermieter aus Bayern

Ein kleiner Autovermieter aus Bayern, der drei Teslas im Angebot hat, gab das teuerste Modell, angeblich ohne zu wissen, für wen der Wagen eigentlich bestimmt war, an den Branchenprimus Sixt weiter. Sixt verlieh das Fahrzeug an den Daimler-Konzern, dessen Angestellte es laut „Spiegel online“ unter anderem über eine Hochgeschwindigkeits- und eine Bergstrecke sowie über einen Offroad-Parcours jagten.

Wagen von Daimler zerlegt

Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde der Wagen bei Daimler auch zerlegt und nicht unbedingt fachgerecht wieder zusammengebaut. Lackschäden deuteten auch darauf hin, dass auf dem Dach Messapparate angebracht wurden.

Zu allem Überfluss fand sich im Handschuhfach des Teslas auch noch ein Falschparkzettel aus dem Daimler-Testgelände in Sindelfingen. Offenbar legte Daimler nicht unbedingt Wert darauf, die Tests zu verschleiern.

100.000 Euro an Sixt in Rechnung gestellt

Die Autovermieter waren – wenig überraschend – sauer und stellten Sixt unter anderem Vertragsstrafen und Abstandszahlungen für die laut Vereinbarung nicht erlaubten Testfahrten inRechnung. Ersetzt wurden ihnen aber lediglich die Reparaturkosten und die Wertminderung des Fahrzeugs. Auf einen Rechtsstreit mit Sixt und Daimler wollten sie sich nicht einlassen.

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Daimler zeigte sich über die Forderungen überrascht. Die Anmietung von Fahrzeugen zu Vergleichsfahrten sei in der Automobilbranche ein "üblicher Vorgang", hieß es. Für Schäden komme die Versicherung auf. Der Vorfall zeige, welch dubioser Methoden sich Daimler im Rennen um Marktanteile für Elektroautos bediene, attestiert "Spiegel online". Der deutsche Hersteller besorgte sich bereits einmal inkognito ein Elektrofahrzeug der Konkurrenz. Über eine Briefkastenfirma wurde ein Streetscooter der Deutschen Post angemietet und getestet. Ob es auch dabei zu Schäden kam, ist nicht bekannt.

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Foto: Twitter

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