Das Social Media-Gewerbe ist ein hartes Feld. Das mussten schon so einige Start-ups feststellen, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, Facebook, Twitter und Co. Konkurrenz zu machen. Die Ideen hinter den Konkurrenz-Netzwerken sind mal mehr, mal weniger originell. Wir haben für euch zurückgeblickt und die sozialen Netzwerke gesammelt, die vielversprechend begannen, jedoch unglamourös endeten.

Skandal um Vero

  • Was? Instagram-Alternative
  • Wann geboren? 2015
  • Wann gestorben? Noch nicht

Der Skandal, der manchen noch in Erinnerung sein dürfte, da er erst ein paar Wochen zurückliegt, ist der um den Gründer des Netzwerks Vero. Dieser ist seineszeichens Sohn des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri. Ayman Hariri, der Vero-Gründer, geriet in die Kritik, da seine Baufirma die Mitarbeiter unter schlimmsten Bedingungen hausen gelassen haben soll.

Vero gab es seit 2015. Das Netzwerk versprach, werbefrei zu sein und eine ungfilterte Timeline zu präsentieren. Jedoch geriet sogar der Server des Netzwerks in Bedrängnis, als das Netzwerk mehr Mitglieder verzeichnete. Der Shitstorm um den Gründer war dann nur der letzte Rest, der das Netzwerk wieder abstürzen ließ.

App.net wollte werbefreies Twitter sein

  • Was? Twitter-ähnliche Plattform
  • Wann geboren? 2012
  • Wann gestorben? Januar 2017
  • Comeback oder für immer tot? Vermutlich für immer tot

Das Netzwerk für Mikroblogging App.net hat sich aus Crowdfunding finanziert. So sollte erreicht werden, die Twitter-ähnliche Plattform werbefrei zur Verfügung zu stellen.

2012 startete das Abenteuer App.net, nachdem über 750.000 US-Dollar zusammengekommen waren. Nachdem das Unternehmen sich nicht halten konnte, musste es Anfang 2017 schließen. Nun wird die Software unter einer Open Source-Lizenz veröffentlicht. Die Nutzerdaten seien nach dem Ende von App.net sofort gelöscht worden, so die Betreiber.

Ello – das Künstlernetzwerk

  • Was? Künstler-Netzwerk
  • Wann geboren? 2014
  • Wann gestorben? Noch nicht ganz
  • Comeback oder für immer tot? Wird vermutlich weiter ein Schattendasein fristen

Im Gegensatz zu App.nets Ansatz, ein werbefreies Twitter zu werden, strebte Ello dahin, eine werbefreie Alternative zu Facebook zu sein. 2014 startete das Netzwerk mit dem Leitbild: „Du bist kein Produkt.“

Die Gründer setzten bei ihrem Netzwerk dafür auf Exklusivität. Es konnte nur beitreten, wer eingeladen wurde. Erst später öffnete es die Tore für alle. Darüber hinaus warb Ello mit dem Verzicht auf die Klarnamenpflicht, die Facebook nach wie vor durchsetzen will. In den ersten paar Monaten hatte das Netzwerk sogar um die drei Millionen Nutzer.

2015 ebbte der Hype aber ab. Dennoch gibt es das Netzwerk noch heute – allerdings als reine Künstlerplattform.

Neues Projekt des Vine-Gründers: Peach

  • Was? Messaging-Dienst mit Kurzbefehlen
  • Wann geboren? 2016
  • Wann gestorben? Noch nicht…

2016 startete der Vine-Gründer Dom Hoffman ein neues Projekt. Der Titel: Peach. Das Leitbild: „A space for friends“. Die Bekanntheit des Gründers war für den Launch der App durchaus förderlich.

Peach ist ein Messaging-Dienst an der Schnittstelle zum sozialen Netzwerk. Grundsätzlich gibt es keine großen Unterschieden zu anderen Netzwerken dieser Art: man kann sich Nachrichten, Fotos, Videos oder Links schicken.

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Eine Besonderheit sind die Kurzbefehle, die eingeführt wurden. So kann man unter „draw“ kleine Zeichnungen erstellen oder unter „gif“ Gifs suchen. Auch versucht die Plattform stets, ihre Nutzer zum Austausch zu animieren, indem auf der Startseite grundsätzlich diverse Fragen stehen wie etwa „Ohne was kannst du nicht leben?“. So soll die Unterhaltung immer im Gange bleiben.

Peach ist werbebasiert, weshalb die Nutzerdaten hier ebensowenig sicher sind, wie bei Facebook.

Google+: Eine unfreiwillige Zweckgemeinschaft

  • Was? Zwangs-Gruppierung durch Großkonzern
  • Wann geboren? 2011
  • Wann gestorben? Noch nicht…

Der Suchmaschinen-Riese Google wagte seinen eigenen Versuch, Facebook Konkurrenz zu machen im Jahr 2011 mit dem Netzwerk Google+. In der Tat hatte das Netzwerk nach kurzer Zeit bereits über zehn Millionen Mitglieder.

Musste man zunächst noch eingeladen werden, ging Google bald dazu über, Leute zu zwingen einen Account anzulegen, sofern sie Dienste wie Google Mail oder den Play Store nutzen wollten. Das Netzwerk besteht zwar nach wie vor, jedoch ist es kaum eine aktive Plattform für den Austausch mit Leuten, abseits vom regulären Mail-Verkehr über Google Mail.

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