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Vom Handy zur Überwachungskamera: Mit dieser Anleitung schützt ihr euer Zuhause

Mit dem Handy als Überwachungskamera behaltet ihr euer Zuhause vom Rechner aus im Blick.
Mit dem Handy als Überwachungskamera behaltet ihr euer Zuhause vom Rechner aus im Blick.
Foto: imago/Westend61
Wer auf einem alten Smartphone sitzt und sein Zuhause absichern möchte, kann aus dem Handy leicht eine Überwachungskamera basteln. Viel ist dafür gar nicht nötig.

Ein altes Smartphone hat wahrscheinlich jeder von euch zu Hause rumliegen. Es ist nützlich als Backup, falls das aktuelle Gerät mal in die Brüche geht, lässt sich andererseits aber auch nur umständlich entsorgen. Wenn ihr etwas Sinnvolles damit anstellen wollt, könnt ihr euer Handy als Überwachungskamera nutzen. Wir zeigen euch wie.

Die Handy-Überwachungskamera für mehr Sicherheit zu Hause

Die einfachste Möglichkeit, ein altes Smartphone zur Überwachungskamera umzufunktionieren, ist es, das Gerät im Raum fest zu installieren, dauerhaft an eine Stromquelle anzuschließen, und die Kamera zu starten. Hier stoßt ihr natürlich an die Grenze der Datenspeicherung. Ist der Speicher voll, stoppt die Aufnahme. Für eine gewisse Zeit in nicht zu hochauflösender Qualität sollte die Handy-Überwachungskamera jedoch ihren Zweck erfüllen. Einziges Manko: Ihr könnt die Aufnahmen hierbei nicht live mitverfolgen.

Per Überwachungs-App zum Einbruchsmelder

Für eine etwas ausgereiftere Art der Überwachung, zum Beispiel als Schutz gegen Diebstahl oder Einbrüche, gibt es auch kostenlose Apps, mit denen ihr euer altes Smartphone aufrüsten könnt. Eine davon ist "Handy als Überwachungskamera", ehemals "Alfred".

Video: Überwachungs-App Alfred

Die Anwendung gibt es für Android und iOS, und das Beste daran: Es handelt sich in diesem Fall nicht um eine Aufnahme, die ihr nur nachträglich anschauen könnt. Alfred sorgt für einen Video-Livestream, der sich auch vom Rechner aus verfolgen lässt.

Was braucht ihr dafür:

  • WLAN oder eine 3G/4G-Netzverbindung
  • Zwei Smartphones (einen Empfänger und einen Sender)
  • Einen Google-Account
  • Wahlweise einen Rechner, um den Stream anzuschauen

So überwacht ihr euer Zuhause per Handy-App:

  1. Installiert die App "Handy als Überwachungskamera" auf einem der beiden Smartphones. Ihr müsst hierbei festlegen, ob das Gerät als Anzeigegerät oder als Kamera dienen soll.
  2. Innerhalb der App stellt ihr noch die Bewegungserkennung, die Auflösung und die Option der Tonaufnahme ein. Auch eine Passwortsperre solltet ihr einrichten.
  3. Jetzt müsst ihr euch mit eurem Google-Konto anmelden, damit ihr später von eurem Zweitgerät aus auf den Video-Stream zugreifen könnt.
  4. Positioniert das Smartphone, das überwachen soll, fest an der vorgesehenen Stelle.
  5. Ist diese leicht erreichbar, sorgt dafür, dass das Gerät nicht entwendet werden kann.
  6. Schließt das Handy an eine Stromquelle an.

Sobald eine Bewegung stattfindet, startet die Aufnahme. So wird garantiert, dass nur etwas aufgezeichnet wird, wenn es nötig ist. Die App schickt im selben Moment eine Benachrichtigung an euer Zweithandy (oder euren Rechner). Durch die Verknüpfung mit eurem Google-Konto, könnt ihr nun von überall aus auf den Stream zugreifen. Als Alternative steht euch die URL "alfred.camera" zur Verfügung.

Praktisch: Habt ihr euch in den Video-Stream geschaltet, seht ihr auch den Akkustand des Kamera-Smartphones.

Weitere kostenlose Überwachungs-Apps für eurer Smartphone:

  • iViglio (iOS)
  • IPCam Viewer Lite oder Basic (Android)
  • WardenCam (iOS und Android)

Achtung: Folgendes solltet ihr unbedingt noch wissen

Das Handy als Überwachungskamera zu nutzen, ist rein technisch sehr einfach, rechtlich betrachtet aber mit Vorsicht zu genießen.

  • Zunächst solltet ihr euch bewusst sein, dass es nicht erlaubt ist, unbeteiligte Personen ohne ihre Zustimmung aufzunehmen. Das bedeutet, ihr könnt beispielsweise nicht wahllos aus dem Auto heraus filmen. Aus genau diesem Grund sind Autokameras in Deutschland problematisch, können jedoch vor Gericht nützlich sein. In den eigenen vier Wänden und auf dem eigenen Grundstück ist das schon einfacher, solange die Kamera nicht in der Lage ist, Unbeteiligte aufzunehmen.
  • Dazu kommt, dass es sich der Entwickler der Überwachungs-App Alfred vorbehält, persönliche Daten wie den Standort eurer Kamera auszuwerten. Das wiederum wirft Fragen zum Datenschutz auf. Schaut euch im Vorfeld am besten noch einmal die Nutzungsbedingungen an.
  • Sollte euch die Verknüpfung mit eurem Google-Konto unangenehm sein, könnt ihr auch einen Zweitaccount anlegen. Denn auch Google sammelt per Android Unmengen an Daten über euch.

Überwachung muss übrigens nicht nur als Schutz vor Einbruch und Diebstahl fungieren. Ihr könnt per Handy auch eure Kleinsten sowie Haustiere im Blick behalten. Und es gibt weitere Anwendungsalternativen für euer altes Handy. Werft es also nicht weg, denn es kann noch so einiges.

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