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Mehr als 150 Unternehmen konnten deine Facebook-Nachrichten lesen

Dass Facebook sich mit Datenschutz schon immer schwer tat, weiß auch CEO Mark Zuckerberg.
Dass Facebook sich mit Datenschutz schon immer schwer tat, weiß auch CEO Mark Zuckerberg.
Foto: Josh Edelson
Die Datenschutzskandale um Facebook nehmen kein Ende. Nun wurde bekannt, dass Unternehmen mehr über dein Privatleben erfahren konnten, als dir lieb sein dürfte.

Hast du von deiner Spotify-Software aus Lieder an Facebook-Freunde geschickt? Dann hast du dem Streamingdienst damit Lese- und Schreibzugriff in deinem Account gewährt, auch wenn du davon nichts wusstest. Mittels interner Dokumente und Aussagen ehemaliger Mitarbeiter konnte die New York Times belegen, dass der Zugriff auf Nutzerdaten noch umfangreicher war als bisher angenommen.

Deshalb können Unternehmen dich ausspionieren

In einem Blogbeitrag erklärte Facebook, dass einige Funktionen ohne solche Zugriffe der Hersteller nicht funktionieren würden. Damit hatte Facebook aber über 150 Unternehmen eine tiefere Einsicht in private Nutzerdaten ermöglicht als bisher zugegeben. Der Social Media-Anbieter erlaubt sich weiterhin die Rechtfertigung, dass Nutzer vorab ihre Einverständnis mit den Nutzungsbedingungen erklärt hatten.

So verkauft Facebook deine Daten

Zugang blieb Unternehmen lange möglich

Bereits in Kooperation mit Cambridge Analytica hatte Facebook Daten seiner User noch bis 2017 gespeichert. Die New York Times deckte auf, dass die Datenweitergabe an Dienste wie die Microsoft-Suchmaschine Bing auch nach Einstellung der "Instant Personalization" weiterging. Über ein internes Abkommen behielt Bing noch bis 2017 seinen Zugang zu den Informationen von Facebook-Nutzern. Der Streamingdienst Pandora und die Filmbewertungsseite Rotten Tomatoes hatten sogar bis zum Sommer 2018 Zugriff darauf. Mittlerweile seien die Daten aber gelöscht.

Nach Facebook-Skandal: Cambridge Analytica stellt Dienste ein

Nach dem Datenskandal bei Facebook stellt die umstrittene britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica ihre Dienste ein. Cambridge Analytica und das Mutterhaus Strategic Communication Laborator...
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Außerdem konnten beispielsweise Gerätehersteller Facebook in ihre Software integrieren. Doch die New York Times entdeckte, dass in der Liste der "Integrationspartner" auch Web-Unternehmen wie Yahoo oder sein russisches Pendant Yandex zu finden waren. Letzteres hatte ebenfalls bis 2017 Zugriff auf Nutzer-IDs von Facebook. Dabei hatte der Konzern bereits aus Sicherheitsgründen damit aufgehört diese zu teilen.

Fazit: Facebook macht so weiter

Auch Unternehmen wie Amazon, Netflix oder Microsoft hatten Zugang zu deinen persönlichen Facebook-Inhalten. Selbst nach Zuckerbergs Anhörung im Frühjahr macht Facebook noch immer nur kleinste Schritten in Richtung Datenschutz – wenn überhaupt. Denn noch immer spioniert Facebook deinen Standort gegen deinen Willen aus. Und Apps wie die von Facebook verkaufen deine Standortdaten auch ohne deine Erlaubnis. Lies auch, ob Facebook deine sensiblen Daten an Netflix verkauft hat.

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