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5G im Kampf mit dem Wetterbericht: So könnte der Netzausbau Satelliten stören

Deswegen würde der Wetterbericht durch 5G viel ungenauer werden.
Deswegen würde der Wetterbericht durch 5G viel ungenauer werden.
Foto: imago images/Jochen Tack
Wenn 5G ausgebaut wird, soll der Wetterbericht unheilvolle Einbüßen machen müssen und auf ein Prognoselevel von 1980 zurückfallen. Die technischen und physikalischen Hintergründe, erfährst du hier.

In den USA kämpfen Wetterbehörden und die NASA um einen Kompromiss zu 5G, denn sie warnen davor, dass der Netzausbau Wetterprognosen stören würde. Doch was steckt überhaupt hinter der Diskussion? Hier erklären wir dir, welche Gründe beide Parteien vorbringen.

NASA: Darum stört der Ausbau von 5G den Wetterbericht

US-amerikanische Bundesbeamte stehen vor einer wichtigen Entscheidung: Entweder sie setzen sich für den Ausbau von Sendemasten für 5G ein oder sie hören auf Wettermeteorologen. Denn die betonen massiv, dass ein solcher Schritt die Wettervorhersage ins Chaos stürzen würde.

Neil Jacobs, Chef der amerikanischen Wetter- und Ozeanografie­behörde, warnt gegenüber Technikportal Wired ausdrücklich davor, die 5G-Sendezentralen zu vergrößern. Denn sie würden die Genauigkeit von Wetterprognosen um einen enorm hohen Wert von 30 Prozent verringern. Dies entspreche der Qualität der Wettervorhersage von vor vier Jahrzehnten, sprich von 1980. Das könnte sogar soweit gehen, dass Hurrikans nicht mehr rechtzeitig prognostiziert werden könnten, was lebensbedrohliche Folgen haben könnte.

5G-Signale übertönen Wettersignale

Die Regionen können für den Netzanschluss bei Handys von der Federal Communications Commissions (FCC) gesteuert werden. Für Meteorologen gilt das jedoch nicht. Das liegt am Wasserdampf in der Atmosphäre, der ein schwaches Signal mit einer ähnlichen Frequenz wie der von 5G abgibt. Bei einem Ausbau von 5G-Sendemasten würde das Signal, das Wetterbehörden benötigen, übertönt werden.

Genauer gesagt: Wettersatelliten messen Strahlung, die von der Erde ausgeht, woraus Meteorlogen Wetterprognosen ableiten können. Besonders wichtig ist dabei das Signal von Wasserdampf. Wie feucht die Luft ist, bestimmt das Wetter maßgeblich mit. Die Messfrequenz liegt bei 23,8 Gigahertz. In den USA wurden im April 5G-Frequenzen im Bereich von 24,25 bis 25,25 Gigahertz vergeben, was der Wetterfrequenz sehr nahe kommt. Meteorologen vergleichen den Störeffekt mit dem eines lauten Nachbarn.

Gemeinsam mit der NASA suchen die Meteorlogen einen Kompromiss. Sie setzten sich dafür ein, das durch 5G verursachte Rauschen auf ein akzeptables Niveau zu begrenzen. Das Außenminesterium steht noch in Verhandlungen mit anderen Nationen und hat diesbezüglich noch keine finale Entscheidung getroffen.

Entwarnung: Vorerst keine Gefahr in Europa

In Europa sind die Frequenzen von 5G deutlich geringer. Momentan liegen sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei maximal 3,8 Gigahertz. Deswegen musst du hierzulande erst einmal keine ungenauen Wetterprognosen befürchten.

Es ist zweifelhaft, dass der Ausbau von 5G ins Wasser fällt. Demnach dürften die Wetterberichte künftig wohl noch öfter falsch liegen. Immerhin gibt es bis dahin Wetter-Apps, die ziemlich zuverlässig sind. Aber was soll eigentlich der ganze Hype um 5G?

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