In Zeiten, in denen deine Sicherheit im Internet auf der Kippe zu stehen scheint, ist es gut, nach Alternativen zu Google und Co. Ausschau zu halten. Der Brave Browser ist so eine Google Chrome-Alternative. Denn nach allem, was wir bislang wissen, ist er einer der wenigen Browser, mit denen du tatsächlich anonym surfen kannst. Wir erklären dir, weshalb inzwischen über zehn Millionen Nutzer auf ihn fliegen.

Anonym surfen mit dem Brave Browser: Immer mehr stehen drauf

Wie das Brave-Projekt, die Entwickler hinter der Chrome-Alternative mitteilten, nutzen mittlerweile 10,4 Millionen Nutzer den Brave Browser. Die Anzahl habe sich damit innerhalb eines Jahres verdoppelt. Eine enorme Leistung. Aber schließlich soll der Browser auch der einzige sein, mit dem anonymes Surfen tatsächlich machbar ist.

Besonders schnell sei die Nutzerzahl nach der Vorstellung der Version 1.0 am 13. November 2019 angestiegen. Fast zwei Millionen neue Nutzer konnten danach verzeichnet werden. Zudem sind 3,3 Millionen tägliche Nutzer eine Verdreifachung innerhalb eines Jahres. Was macht diesen Erfolg genau aus?

Das kann der Brave Browser

Jetzt mal ehrlich: Niemand will sich im Internet allzu leicht ausspähen lassen, oder? Schließlich geben wir schon genug Daten allein an die Betreiber unseres Browsers ab. Umso mehr ist es Zeit für Alternativen zu Google Chrome, Firefox und den anderen großen Anbietern. Da kommt ein Start-up gerade recht: Brave Software Inc. Mit seinem quelloffenen Brave Browser sucht es genau das Gegenteil zur Überwachung zu tun: nämlich dich und deine Sicherheits und Privatsphäre im Internet zu schützen.

Der Brave Browser blockiert nicht nur Tracker und Cookies von Drittanbietern, die deine Online-Aktivität monitoren, egal, wo auf der Erde du dich befindest. Er gibt dir auch die Kontrolle darüber, was du im Netz blockiert haben willst und was nicht – von Facebook-Werbung über Googles Login-Button.

Internet im Griff: So geht Kontrolle mit dem Brave Browser

Standardmäßig blockiert der Brave Browser Folgendes, damit du anonym surfst:

  • jegliche Werbung
  • alle Tracker
  • alle Cookies von Drittanbietern, die dein Surfverhalten verfolgen
  • all deine Fingerabdrücke, die du hinterlässt und die ein einzigartiges Nutzerprofil von dir kreieren

So stellst du ein, wie streng Brave Tracker blocken soll:

  1. Klick im Brave-Menü auf „Preferences“.
  2. In den Einstellungen links klick auf „Shields“.
  3. Über die Pop-up-Menüs auf der rechten Seite geh zu „Ad Control“, „Cookie Control“ und „Fingerprinting protection“ und wähl das Entsprechende aus.
  4. Klick auf „Social media blocking“, um einzustellen, ob du Google- oder Facebook-Login-Buttons angezeigt bekommen willst.
  5. Mehr Knotrolle gibt es in den erweiterten Einstellungen unter „Privacy und security“, beispielsweise Optionen zu Autocomplete-Suchen und URLs.

Eigener Krypto-Token

Ein komplett ohne Werbung finanziertes Projekt hat aber auch so seine Tücken. Deshalb gibt es innerhalb des Brave Browsers ein eigenständiges Werbemodell. Das vergütet allerdings nicht nur die Werbetreibenden, sondern auch die Nutzer über sogenannte Brave Rewards. Mit Basic Attention Token basierend auf Kryptotechnologie können Leistungen anonym gezahlt werden.

Die Auswahl der anzuzeigenden Werbebanner wird auf den lokalen Rechner des Nutzers verlagert, was der Anonymität der Chrome-Alternative zusätzlich zugute kommt. So ist es möglich ein lukratives Targeting-Geschäft zu betreiben, ohne die Nutzerdaten an die Cloud schicken zu müssen. Das alles ist freiwillig, wer keine Lust auf Werbung hat, kann sie automatisch blockieren.

Doch ein Hintertürchen für Google?

Brave nutzt dieselbe Grundlage wie Chrome und du kannst sogar Chrome-Erweiterungen nutzen, die dir wichtig sind:

  1. Klick im Browser auf die Einstellungen.
  2. Geh auf „Erweiterungen und Themes finden“.
  3. Nun wirst du an den Chrome Web Store weitergeleitet und kannst stöbern.

Der Entwickler ist sich laut den FAQs auf seiner Seite im Klaren darüber, dass seine strikte Blocking-Policy Konsequenzen für Webseiten hat. So wird auch Werbung ausgeschlossen, die den Inhalt von Seiten unterstützt. Auch hierfür hat Brave eine clevere Antwort: Er lässt dich anonyme Beiträge zu den von dir besuchten Websites liefern. Die Betreiber erhalten diese in Form von Kryptowährungen, wenn sie an dem System teilnehmen. Und am Ende kannst du bestimmte Werbeanzeigen auch zulassen, verlierst damit allerdings einen Teil der Kontrolle über deine Online-Privatsphäre.

Der Brave Browser ist für Android, Windows, MacOS und iOS verfügbar.

Da geht noch was

In Sachen anonymes Surfen ist der Brave Browser einer der besten. Allerdings muss die Chrome-Alternative noch einiges mehr tun, um noch mehr Nutzer zu gewinnen und zu wachsen. Denn 10,4 Millionen aktive Brave-Nutzer sind nichts im Vergleich zu einer Milliarde Chrome- und rund 250 Millionen Firefox-Nutzern. Brave verspricht deshalb noch mehr Performance, es bleibt abzuwarten, ob das klappen wird.

Willst du mehr erfahren, schau dir diese Browser-Alternativen zu Google Chrome an. Denn denk dran: So massiv überwacht dich dein Handy. Und auch auf diesen Wegen surfst du anonym.

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