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Astrofotografie: So lichtest du das Universum in den buntesten Farben ab

Mithilfe der Methode der Astrofotografie kannst du das Universum und seine Himmelskörper in den buntesten Farben ablichten.
Mithilfe der Methode der Astrofotografie kannst du das Universum und seine Himmelskörper in den buntesten Farben ablichten.
Foto: iStock/ Claudio Ventrella
Die Astrofotografie bezeichnet Methoden der Fotografie, durch die zahlreiche spektakuläre Aufnahmen von Himmelsobjekten entstehen. Doch auch als Laie kannst du die Sterne ablichten – der modernen Technik sei Dank.

Galaxien, planetarische Nebel oder brilliant leuchtende Sternenbilder können mithilfe der Astrofotografie im sichtbaren Licht abgebildet und festgehalten werden – das Resultat sind faszinierende Aufnahmen unseres Universums. Zumeist entstehen solche Aufnahmen mithilfe von speziellen Teleskopen. Obgleich dessen Fotografie-Methoden komplex sind, erlaubt es der Fortschritt der Technik auch Einsteigern, die Sterne zu fotografieren. Wir versorgen dich mit ein paar hilfreichen Tipps, um den Sternenhimmel erfolgreich zu knipsen.

Astrofotografie: Lichte das Universum ab

Die Astrofotografie ist ein spannendes und komplexes Hobby, das jene Methoden der Fotografie umfasst, mit denen Sterne, Nebel und andere Himmelskörper im sichtbaren Licht abgebildet und dauerhaft auf verschiedenen Medien gespeichert werden. Es existieren unterschiedliche Kategorien der Astrofotografie: Die Deep-Sky-Fotografie, die Sonnensystem-Fotografie, die Panorama-Astrofotografie und die Astrovideografie. Grundsätzlich zwei Herausforderungen müssen gemeistert werden, wenn du die Sterne fotografieren willst:

  • Die Objekte, die abgelichtet werden sollen, sind zumeist sehr lichtschwach.
  • Die Erde dreht sich, somit scheinen sich die Sterne über den Himmel zu bewegen.

Beides spielt eine Rolle, da du länger belichten und weiterhin mit längeren Brennweiten arbeiten musst, denn bei bei zunehmender Belichtungszeit kann das Ergebnis verfälscht werden.

Mithilfe dieser Ausrüstung fotografierst du den Mond und die Sterne

Die digitale Fotografie ermöglicht heutzutage eine verhältnismäßig preiswerte Astrofotografie. Du benötigst dafür lediglich eine leistungsstarke Spiegelreflexkamera, die auch bei Schwachlicht gute Bildqualität liefert, ein dazu passendes Weitwinkel-Objektiv und ein Stativ, das die Unebenheiten des Untergrunds ausgleicht – ein technisches Verständnis dieser Ausrüstung ist außerdem vorausgesetzt.


Weiterhin lohnt sich auch die Investition in einen Intervall-Timer, mithilfe dessen du die für die Astrovideografie nötigen Zeitraffer-Aufnahmen festhalten kannst. Dieser kann auch dazu eingesetzt werden, um Sternspuren, sogenannte Startrails, einzufangen. Daneben wird auch viel zusätzliches Zubehör angeboten, für den Einstieg ist dies jedoch unnötig.

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Fotografiere den Mond

Ist deine Ausrüstung komplett, so kannst du endlich loslegen und den Sternenhimmel ablichten. Ein Himmelsobjekt, dass sich besonders als Anfangsmotiv in Sachen Astrofotografie eignet, ist der Mond. Wenn du mit etwa 200 Millimeter Brennweite auf den Erdtrabanten hältst, wirst du bereits einige Details entdecken können.

Der Mond ist außerdem hell genug, um selbst bei ISO 100 noch Belichtungszeiten zu erlauben, die keine Nachführung notwendig machen, und bietet dir normalerweise auch die Möglichkeit, mit Autofokus vernünftig zu arbeiten. Sofern der Mond noch nicht voll ist, solltest du mit verschiedensten Belichtungszeiten experimentieren, um auch den dunklen Anteil des Erdtrabanten darzustellen und weiterhin mehrere Belichtungen, ähnlich der HDR-Fotografie, zu überlagern. Somit erhältst du auch ohne Teleskop faszinierende Effekte.

Fotografiere die Milchstraße

Auch die Milchstraße, sofern diese am Himmel sichtbar ist, ist ein hervorragendes Astrofotografie-Objekt. In diesem Fall solltest du mit ruhendem Stativ auf kurze Brennweite setzen und mit der Länge der Belichtung experimentieren. Im Bulb-Modus ist es außerdem möglich, Objekte nur einige Sekunden zu belichten und sich an den entstehenden Effekten zu erfreuen. Wichtige Parameter sind in diesem Fall die Blende (wenn möglich mit Offenblende arbeiten, denn je mehr Licht, desto besser) und die ISO-Einstellung (Bereich von ISO 800 bis 1600).

Die Herausforderung in der Aufnahme der Milchstraße ist das Scharfstellen. Am Stern funktioniert der Autofokus regulär nicht, also musst du manuell fokussieren. Zumeist ist hier das Fokussieren durch den Sucher unzureichend, im Live-View auf einen sehr hellen Stern zu zoomen funktioniert jedoch gut.

Um ein fokussiertes Bild am Sternenhimmel aufzunehmen, kannst du jedoch auch ein Smartphone oder ein Tablet mit entsprechender App nutzen, die das Livebild der Kamera groß darstellt, um die Schärfe dessen besser zu beurteilen, berichtet PCMagazin.

Greife nach den Sternen

Im nächsten Schritt können auch größere Motive, die sich in der Milchstraße befinden, sowie größere Sternbilder mithilfe dieser Methode festgehalten werden. Dafür sind jedoch längere Belichtungszeiten notwendig, außerdem ist dafür eine möglichst parallel zur Erdachse ausgerichtete Montierung​ der Kamera von Nöten. Gerade zu Anfang solltest du dich also auf weniger vielfältige Motive fokussieren.

Bereits der Einstieg in die Astrofotografie ist also komplex, doch mit ein bisschen Übung bist du sicherlich allzu bald in der Lage, die Sterne zu fotografieren und das Universum abzulichten. Jedoch entstehen die imposantesten Bilder des Universums noch immer durch Weltraumteleskope. So lieferte das deutsche Röntgenteleskop eRosita kürzlich Aufnahmen eines galaktischen Ereignisses. Doch auch das Hubble-Teleskop knipst fortwährend Erstaunliches.

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