Allein in Deutschland nutzen rund 30 Millionen Menschen den Bezahldienst PayPal. Dieser macht vor allem das Überweisen von Geld in vielen Bereichen deutlich bequemer, ruft genau deshalb aber auch Kriminelle auf den Plan. PayPal-Betrug findet regelmäßig statt, zum Teil warnt sogar die Polizei davor. So wie bei der folgenden Masche.

PayPal-Betrug: Darum kann er dir schneller begegnen als du dachtest

PayPal-Betrug gibt es inzwischen in unzähligen Varianten. Manche davon sind eher auffällig und leichter zu identifizieren. Andere Methoden machen es ahnungslosen Nutzerinnen und Nutzern dagegen schon etwas schwerer. Dabei gibt es ein Merkmal, auf das du generell achten solltest: Nutzt du eBay, eBay Kleinanzeigen oder ähnliche Portale, ist die Wahrscheinlichkeit, damit in Kontakt zu kommen, größer.

Denn oft ist es eine solche Verkaufsplattform, die Betrüger gezielt für ihre Maschen aufsuchen. Hier lassen sich viele potenzielle Opfer auf einmal in die Falle locken. Noch dazu treten diese über vermeintliche Verkaufsabschlüsse oft selbst unbewusst mit den Täter:innen in Kontakt. Sie müssen sich also weniger anstrengen, um Beute zu machen.

Vor diesem PayPal-Betrug warnt selbst die Polizei

Das Landeskriminalamt Niedersachsen machte erst Ende August 2021 auf einen sehr speziellen PayPal-Betrug aufmerksam, der schon 2020 immer häufiger genutzt wurde. Ziel ist es, durch das Vortäuschen von Glaubwürdigkeit möglichst viel Geld zu erbeuten. Opfer sind dabei Verkäufer:innen auf Portalen wie eBay Kleinanzeigen, die auf eine ganz simple, aber effektive Weise hereingelegt werden.

  • Zunächst bekundeten die Betrüger:innen reges Interesse an ihrer Ware.
  • Per Mail fragt die oder der vermeintliche Käufer:in dabei freundlich an und antwortet pünktlich und glaubwürdig auf erste Fragen.

Dann beginnt der PayPal-Betrug. Konnten die Täter:innen nämlich von sich und der eigenen Kaufbereitschaft überzeugen, soll der fällige Betrag per PayPal beglichen werden. Die Ware könne man jedoch nicht selbst abholen.

Also fragen die Betrüger:innen, ob ein Transportdienst genutzt werden könne. Diesen wolle er oder sie zu diesem Zweck beauftragen. Verkäuferin oder Verkäufer sollen nur die bei PayPal angegebene E-Mail-Adresse sowie die Handynummer übermitteln, um das Geld sofort überweisen zu können.

Im Fall vom August handelte es sich um ein teures Möbelstück, das per Speditionsunternehmen abgeholt werden sollte. Die Betrüger:innen fälschten dafür nicht nur Mails des angeblich beteiligten Unternehmens, sondern auch Nachrichten einer Bank und selbst der Polizei.

Nicht nur bei eBay Kleinanzeigen: Dieser Betrug kann teuer werden

Hat das Opfer seine Daten verschickt, erhält es eine Mail mit den Kosten des Transportdienstes sowie dessen Bankdaten, zum Beispiel in Belgien. Ihm wird erzählt, es hätte mehr Geld für seine Ware überwiesen bekommen und solle davon den Transport bezahlen.

Da es sich um PayPal-Betrug handelt, kommt das angekündigte Geld nie auf dem Konto der Verkäufer:innen an. Sie erhalten lediglich eine gefälschte PayPal-Nachricht, die bestätigt, dass die Zahlung erfolgt ist. Nötig sei nun nur noch die Bestätigung des Transportdienstes, um die Überweisung zu finalisieren.

Hat das Opfer des PayPal-Betrugs schließlich den Betrag an die genannte Bank überwiesen, melden sich die angeblichen Käufer:innen nie wieder. Da es schwer ist, bereits abgebuchtes Geld zurück zu bekommen, rät die Polizei, sich sofort an die eigene Bank zu wenden, wenn der Verdacht besteht, auf Plattformen wie eBay Kleinanzeigen Betrug zum Opfer gefallen zu sein.

Die aktuelle Masche ist aber bei weitem nicht der einzige PayPal-Betrug. Auch die PayPal-Bezahloption „Freunde und Familie“ kann durch Betrüger missbraucht werden. Und auch in Sachen eBay Kleinanzeigen ist Betrug mit PayPal vielseitig im Gebrauch.

Quellen: Polizei Niedersachsen, eigene Recherche

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