Die Möglichkeit, online wählen zu gehen, hätte laut CDU-Digitalexpterte Thomas Jarzombek viele Vorteile. In einem Interview mit der Rheinischen Post gab er an, dass digitales Wählen ressourcenschonender und schneller sei als klassische Wahlen. Außerdem würden besonders jüngere Wähler auf diese Weise schon früh in die demokratischen Prozesse miteinbezogen.

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Online wählen: Bitkom dafür, CCC dagegen

Auch der IT-Branchenverband Bitkom fordert schon länger, dass die Möglichkeit der Online-Stimmabgabe endlich in das Wahlgesetz aufgenommen werden soll. Schon zur Bundestagswahl 2017 hätten zwei Drittel der Bundesbürger ab 18 Jahren angegeben, dass sie bereit wären, ihre Stimme online abzugeben.

Gegenwind kommt vom Chaos Computerclub (CCC), dessen Mitglieder eine Verwendung von digitalen Wahlgeräten kritisch sehen. So gab CCC-Präsident Linus Neumann zu bedenken, dass die Stimmabgabe an einem Computer für Laien entweder nachvollziehbar oder geheim sei, niemals aber beides.

Wahlcomputer wurden schon 2005 verwendet

Schon im Jahr 2005 wurden bei der Bundestagswahl testweise etwa 2.000 Wahlautomaten aufgestellt. 2009 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass die Transparenz bei elektronischer Stimmabgabe nicht immer gegeben sei. Wähler könnten Programmierfehler oder Manipulationen an der Software kaum erkennen. Das Gerichtsurteil stufte die Bundeswahlgeräteverordnung als teilweise verfassungswidrig ein, weswegen es euch nicht möglich ist, online wählen zu gehen.

Online wählen in der Zukunft?

Das einzige Mittel, um eine Manipulation durch Hacker zu verhindern, ist also die altbewährte analoge Stimmabgabe. Trotzdem gibt es auch bei dieser Art von Wahl Möglichkeiten für digitale Erleichterungen. So könnten beispielsweise die Wahlunterlagen bei einer Briefwahl digital heruntergeladen werden. So würde es keine Probleme mehr bei der rechtzeitigen Zustellung geben. Trotzdem ist nicht zu erwarten, dass ihr eurer Kreuz in den nächsten Jahren beim online wählen setzen könnt.

Welche Vor- und Nachteile das online wählen bringt, erfahrt ihr hier. Lest auch: Demokratie im Wanken: Wenn ein 11-Jähriger das Wahl-System hackt.

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