In einem Bundesland Deutschlands ist ein neuer Anreiz zur Nachhaltigkeit eingeführt worden. Dort ist jetzt die anteilige Übernahme von Reparaturkosten von Smartphones, Tablets und Co. möglich. Der Haken: Nur wer in Thüringen wohnt, profitiert aktuell von der Aktion.

Thüringen bezahlt Reparaturkosten: Hotspot des Klimaschutzes?

Das Bundesland Thüringen schenkt ab sofort jedem seiner Bewohner bis zu 100 Euro, wenn zum Beispiel ein Handy repariert wird. Die Aktion stammt von dem Thüringer Umweltministerium und ist von der dortigen Bevölkerung schon öfter in Anspruch genommen worden.

Insgesamt sollen laut Focus fast 1000 kaputte Geräte, zum Großteil Smartphones, repariert worden sein. Dafür hat das Umweltministerium bisher etwa 60.000 Euro für den Klimaschutz ausgegeben und in einen nachhaltigen Lebensstil investiert.

So gelangst du an die 100 Euro für dein Handy

Wie es in Deutschland nun mal ist, ist eine Menge Bürokratie notwendig, um jegliche Zuschüsse zu erhalten. Im Fall der Reparaturkosten für Handys und Co. Bedarf es zunächst einem schriftlichen Antrag. Hinzu kommt, dass die Reparatur zuerst aus eigener Tasche gezahlt werden muss, da sowohl Kaufbeleg als auch Reparaturrechnung in besagtem Antrag enthalten sein müssen.

Trotz dieser kleinen Hürde geht es um bares Geld, das sich kaum jemand entgehen lassen will. Die Aktion erfreut sich so großer Beliebtheit, dass die Anträge die Kapazitäten des Ministeriums sprengen. Momentan warten Focus zufolge noch knappe 1000 Personen auf die Zahlung, die ihnen noch zusteht.

Um dem Ansturm gerecht zu werden, soll eine Online-Antragsstellung ermöglicht werden, womit der Weg zur Post wegfallen würde.

Der Nutzen: Reparaturkosten statt Müllverbrennungskosten

Elektroschrott ist seit einigen Jahren schon ein Thema, das Experten immer wieder ansprechen. Tatsächlich steht Deutschland auf der Liste der Länder mit dem meisten Elektroschrott sehr weit oben. Matthias Brandt von Statista berichtet, dass Deutschland 2020 auf ganze 1,6 Millionen Tonnen Elektroschrott gekommen ist.

19,4 Kilogramm Elektroschrott fallen pro Jahr und Person an. Damit produziert der Bundesbürger zum Beispiel fast dreimal so viel wie die Pro-Kopf-Bevölkerung in China, auf die nur 7,2 Kilogramm entfällt.

Das Europäische Umweltbüro alarmiert, dass besonders eine längere Lebenserwartung der Elektronikgeräte große Veränderungen bringen kann. Verlängere sich die „Haltbarkeit“ aller Handys, Notebooks, Staubsauger und Waschmaschinen um ein einziges Jahr, so würden ganze vier Millionen Tonnen Kohlendioxid gespart werden. Insgesamt wäre das der jährliche CO2-Ausstoß von zwei Millionen Autos, berichtet Focus weiter.

Handy kaputt? Recht auf Reparatur in Aussicht

Seit März 2021 sind Firmen, die beispielsweise Kühlschränke, Geschirrspüler und Co. herstellen, verpflichtet, ihre Geräte so zu konstruieren, dass sie jederzeit repariert werden können. Das schließt Ersatzteile, die Möglichkeit des Auseinanderbauens und Reparaturinformationen mit ein.

Für Handys und Tablets gibt es eine solche Regelung noch nicht, doch diese hat das Umweltministerium schon in Aussicht. Geplant sei es, dass zum Beispiel Batterien und Prozessoren leichter austauschbar werden. Es wird darauf gehofft, dass sich auch andere Länder an ihnen ein Beispiel nehmen und sich den nationalen wie internationalen Elektroschrott zum Thema machen.

Der Schritt von Thüringen ist groß, doch Weltraumtourismus wie der von Jeff Bezos kostet den Planeten auch einiges. Für einen besseren CO2-Fußabdruck gibt es jedoch einige Apps, die dich dabei unterstützen, deinen Plastikmüll zu reduzieren.

Quellen: Focus Online, Statista

Du willst mehr von uns lesen? Folge uns auf Google News.

Neueste Videos auf futurezone.de