Es sich einfach auf dem Sofa gemütlich machen, den Fernseher einschalten und einen Film oder eine Serie schauen, das ist schon sehr entspannend. Dabei spielt es keine Rolle ob via Blu-ray, mit Amazon Fire TV oder bei Netflix oder Disney Plus. Für viele ist das einfach ein beliebtes Ritual. Doch wer einen modernen Fernseher besitzt, schaut womöglich die Titel völlig falsch. Deswegen geben wir dir nachfolgend Tipps, wie du es am besten ändern kannst.

Auch mit Amazon Fire TV: Andere Bildraten

Wer gerne ins Kino geht oder vielleicht auch einfach generell noch ältere TV-Modelle kennt, sollte es eigentlich vorher nie richtig bemerkt haben: Die Bildwiederholungsrate. Traditionell werden Filme und Serien mit 24 Bildern pro Sekunde produziert und so auch wiedergegeben. Für das Auge ergibt sich daraus der Eindruck von flüssigen Bewegungen und ganze Generationen haben sich daran gewöhnt. So sollte es idealerweise auch sein, wenn du mit Amazon Fire TV einen Film schaust.

Doch bei den meisten modernen Fernsehern gibt es eine Voreinstellung, die aus diesen 24 Bildern pro Sekunde künstlich mehr macht. Das liegt daran, dass die Geräte selbst mit einer anderen Bildrate operieren – 60, 120, mitunter sogar 240, wie das Branchenblatt Variety beschreibt. Um die sich daraus ergebende Diskrepanz zu schließen, bauen die Hersteller seit geraumer Zeit eine entsprechende Funktion ein, die sogenannten Bewegungsinterpolation („Motion-Interpolation“ auf Englisch).

Diese Technologie kalkuliert, wie sich Objekte im Bild bewegen und errechnet darauf aufbauend neue Einzelbilder. Wer also heutzutage zum Beispiel mit einem Amazon Fire TV Stick Filme und Serien auf einem modernen Fernseher schaut, könnte es bereits gesehen haben.

Billig-Look wie bei Seifenopern

Das Ergebnis soll ein flüssigeres, weicheres und strenggenommen auch ein natürlicheres Bild sein. Da sich aber Fans über die Jahrzehnte an 24 Bilder pro Sekunde gewöhnt haben, wirken die schnelleren Bildraten aber sehr ungewohnt und künstlich. Das traditionelle Filmformat sorgt für ein subtiles Flimmern und das Publikum hat das als Teil der visuellen Filmsprache angenommen, so Variety-Kritiker Peter Debruge. Die vermeintliche Korrektur dessen degradiere jedoch die künstlerische Intention der Macher:innen. Man spricht dann auch gerne vom Seifenoperneffekt.

Viele kitschige Abendserien im TV greifen gerne auf billige und „flache“ Kulissen zurück und genau ein solcher Eindruck entsteht auch bei der Interpolation. Zudem wurden früher viele solcher Serien im günstigeren Videoformat produziert, das an sich eine höhere Bildrate hatte.

Durch die Bewegungsinterpolation gleichen sich Filme in ihrer Optik diesem Eindruck an. Zudem ist die Technologie nicht perfekt – geht es turbulent zu, können sich Fehler und Bildartefakte häufen.

Filme richtig gucken: So einfach geht’s

Zum Glück ist die Lösung simpel und schnell umgesetzt: Dazu musst du auf deinem Fernseher, auf dem du zum Beispiel Amazon Fire TV oder Netflix nutzt, die entsprechende Einstellung einfach ausschalten. Doch obwohl es an und für sich einen übergeordneten Begriff für diese Technologie gibt, existiert kein einheitlicher Anwendungsname in den jeweiligen Produkten. Deswegen folgt hier eine Auflistung der gängigsten Hersteller und ihre Bezeichnungen für die Bewegungsinterpolation. Die Option zum Ein- und Ausschalten findest du stets in den TV-Menüs und da zumeist in separaten Bild-Einstellungen:

  • LG – TrueMotion
  • Roku – Action Smoothing
  • Samsung – Auto Motion Plus
  • Sony – MotionFlow
  • Vizio – Smooth Motion Effect
  • Panasonic Viera – Intelligent Frame Creation
  • Amazon Fire TV – Motion Processing
  • Hisense – Motion Smoothing

Sollte der Hersteller deines TV-Gerätes hier nicht aufgeführt sein, ist das kein Problem. Schau einfach in den Menüs nach einer ähnlich benannten Einstellung und nutze diese.

Zudem gibt es seit 2020 in einigen Geräten den neuen „Filmmaker Mode“. Mehrere namhafte Hollywood-Filmemacher wie zum Beispiel Martin Scorsese oder Christopher Nolan beteiligten sich an der Entwicklung dieser neuen Funktion. Wie der Name es erahnen lässt, soll sie den Filmgenuss daheim optimieren. Weit verbreitet ist sie allerdings noch nicht, neue Geräte von zum Beispiel LG sind aber damit ausgestattet.

Keine Bewegungsinterpolation – neues Problem

In der Theorie klingt die Lösung also ganz simpel: Einfach den entsprechenden Modus am Fernseher ausschalten und fertig. Puristen werden anschließend die originalen 24 Bilder pro Sekunde genießen können. Und auch Hollywood-Größen wie Tom Cruise schwören darauf.

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn die exzellente Bildqualität moderner Fernseher macht die geringere Anzahl an Frames (also die Einzelbilder pro Sekunde) nur umso deutlicher. Was einst wenig bis gar nicht auffiel kann jetzt ein ganz neues Problem mitbringen. Besonders ersichtlich wird es bei langsamen Kamerabewegungen, allen voran bei Fahrten oder Schwenks. Das von Debruge beschriebene typisch-cineastische Flimmern, das sich eigentlich tief in unsere Sehgewohnheiten eingebrannt haben soll, kann sich in diesen Momenten ganz klar bemerkbar machen. Das daraus resultierende Flimmern des Bildes können manche Menschen plötzlich als sehr anstrengend empfinden.

Am Ende musst du für dich selbst entscheiden, was dir am besten gefällt. Jedenfalls kannst du dich auf viele kommende Höhepunkte freuen. Besonders bei Amazon Prime Video erscheinen bald exklusive Highlights.

Quellen: Variety, eigene Recherche

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