Die schöne Mobilität von heute machen vor allem Handy-Akkus und andere kleine Energiebündel möglich. Nicht mehr das Smartphone in die Hosentasche oder den Laptop in den Rucksack stecken zu können, ist jetzt einfach unvorstellbar. Dabei hat die Sache noch einen großen Haken: Die Batterien einfach auszutauschen, ist oft gar nicht möglich. Akkus sind in vielen Produkten fest verbaut und das bedeutet: Lässt die Leistung nach, muss direkt ein neues Gerät her. Doch damit soll schon bald Schluss sein.

Fest verbaute Handy-Akkus sollen verschwinden

Nicht weniger als die Politik höchstselbst schaltet sich jetzt ein, um es unter anderem bei Handy-Akkus möglich zu machen. Wie die FAZ berichtet, habe das Europaparlament einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission von Ende 2020 zugestimmt. Gleichzeitig habe man ihn sogar noch verschärft.

Konkret geht es darum, in Zukunft das feste Einbauen oder Verkleben von Akkus zu verbieten. Das betrifft nicht nur Handys, sondern auch Computer, Kopfhörer, Haushaltsroboter, Elektrozahnbürsten sowie E-Fahrräder oder Roller. Die Verbraucher*innen sollen die Batterien mit einfachen handelsüblichen Werkzeugen austauschen können. Gleichzeitig sollen Hersteller für die erwartete Lebensdauer eines Produktes Ersatzakkus zur Verfügung stellen. Unabhängige Reparaturbetriebe sollen den Wechsel vornehmen dürfen. Zusätzlich sollen die Eletronikkonzerne ihre Kundschaft über Energie- und Leistungsfähigkeit der Akkus, ihre Haltbarkeit und Ladedauer informieren.

Austauschbare Handy-Akkus für Umwelt und Mensch

Schätzungen zufolge wird der Akku- und Batterienmarkt 2025 einen Wert von 250 Milliarden Euro haben. Doch der Anteil an recycleten Teilen ist nach wie vor gering. Das sei schlecht für die Umwelt, zudem begünstige es Rohstoffversorgungen von unsicheren Lieferanten. Deshalb möchte man den Anteil wiederverwerteter Rohstoffe wie Kobalt, Lithium, Nickel oder Blei deutlich steigern – bis 2026 sollen sie schon eine Quote von 90 Prozent erreichen.

Batterien und Akkus sollen nachhaltiger produziert und öfter wiedergenutzt werden. Ein europäisches Pfandsystem soll dabei behilflich sein. Hersteller für Auto- und andere Transportbatterien sollen darüber hinaus den CO2-Fußabdruck ihrer Produkte komplett angeben und per QR-Code einsehbar machen. Bis 2025 soll die Kommission prüfen, ob sich das auch auf alle anderen Batterien wie zum Beispiel Handy-Akkus übertragen lässt. Ab 2027 soll dann eine CO2-Obergrenze gelten, wodurch die Herstellung durch fossile Brennstoffe ausgeschlossen wird. Hersteller sollen außerdem ihre Lieferketten hinsichtlich Menschenrechtsverstößen und Umweltschutz kontrollieren.

Neue Regeln schon sehr bald

All diese Schritte sollen Verbraucher*innen die Option zu nachhaltigeren und qualitativ besseren Batterien zur Seite stellen. Schon ab dem 1. Januar 2023 sollen die neuen Regeln gelten. Allerdings stehen noch einige zusätzliche politische Verfahren auf dem Weg dorthin an. Aus der Industrie gibt es derweil schon kritische Stimmen, da man Haltbarkeit und Sicherheit der Batterien gefährdet sehe.

Nichtsdestotrotz scheint man bereits erste Schritte hinsichtlich Langlebigkeit zu unternehmen: Samsung arbeitet am Handy-Akku der Zukunft, bei dem eine Ladung eine Woche lang halten soll. Und sollte er zu schnell leer gehen, gibt es für dein iPhone-Akku auch einen nützlichen Trick.

Quelle: FAZ

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