Schon 2019 gingen die Vereinten Nationen (UN) davon aus, dass die Weltbevölkerung bis 2050 auf gut 9,7 Milliarden Menschen anwachsen könnte. Das prognostizierte der Zusammenschluss trotz der fallenden Geburtsraten in einigen Ländern. Elon Musk scheint aber selbst in einer potenziellen Überbevölkerung kein Problem zu sehen.

Elon Musk teilt kontroverse These

Es sei „totaler Blödsinn“, dass Menschen keine Kinder zeugen, weil das schlecht für die Umwelt sei. Das unterstrich der Unternehmen während der All-In Summit 2022, die am Montag in Form eines Video-Calls abgehalten wurde. Hier kannst du die vollen anderthalb Stunden seinen Ausführungen lauschen.

Seiner Meinung nach sollten die Menschen noch mehr Kinder kriegen, um dem Zerfall der Zivilisation vorzubeugen, erklärte Elon Musk. „Manche Leute glauben, dass es besser für die Umwelt ist, weniger Kinder zu haben. Das ist völliger Blödsinn. Der Umwelt wird es gut gehen, der Umwelt wird es gut gehen, selbst wenn wir die Zahl der Menschen verdoppeln.“

Zumindest sollte die Weltbevölkerung ihre aktuelle Zahl beibehalten, meint der Tesa-Chef. „Wir müssen nicht unbedingt dramatisch wachsen, aber wir sollten wenigstens nicht allmählich schrumpfen, bis die Zivilisation mit uns allen in Windeln für Erwachsene und mit einem Wimmern endet.“

Keine wissenschaftlichen Belege

Wie schon häufiger lieferte Elon Musk auch für diese Behauptungen bislang keine Beweise. Tatsächlich gibt es aber bereits unzählige Studien, die sich mit ebendiesem Thema befassen – und mehr oder minder das genaue Gegenteil untermauern.

So ermittelte ein schwedisches Forschungsduo etwa schon 2017, dass ein Kind weniger pro Familie die Kohlenstoffemissionen in den Industrieländern um etwa 58,6 Tonnen pro Jahr reduzieren könnte. Ihre Studie veröffentlichten Seth Wynes und Kimberly Nicholas in den Evironmental Research Letters.

„Es ist richtig, dass mehr Menschen mehr Ressourcen verbrauchen und mehr Treibhausgasemissionen verursachen werden“, erklärte Nicolas damals im Interview mit Vox. „Aber das ist nicht wirklich der relevante Zeitrahmen für die tatsächliche Stabilisierung des Klimas, wenn man bedenkt, dass wir dieses Jahrzehnt haben, um die Emissionen um die Hälfte zu reduzieren.

Ein Team der Investmentbanking-Gesellschaft Morgan Stanley formulierte es vergangenes Jahr sogar noch drastischer. „Ein Kind zu bekommen ist 7-mal schlechter für das Klima in Bezug auf die jährlichen CO2-Emissionen als die nächsten 10 meist diskutierten Maßnahmen, die der Einzelne ergreifen kann“, zitierte CNBC.

Quelle: YouTube/All-In Podcast; „The climate mitigation gap: education and government recommendations miss the most effective individual actions“ (2017, Evironmental Research Letters); Vox; CNBC

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