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Echo & Co.: Amazon-Geräte sprechen jetzt noch mehr miteinander – und könnten dadurch zum Problem werden

In den USA hat das Unternehmen Sidewalk gestartet. Darüber lassen sich dessen smarte Geräte flächendeckend miteinander koppeln.

Zwei Amazon Echo-Lautsprecher
© Mickael - stock.adobe.com

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Schon vor einigen Jahren hatte Amazon für Echo, Ring und andere Smart-Home-Geräte. das Projekt Sidewalk angekündigt. Vor wenigen Tagen dann gab man das Netzwerk für externe Entwickler*innen frei. Neben den Lautsprechern können auch die smarten Ring-Kameras ein entsprechendes Netz bilden.

Amazon Echo und Ring: Darum ist Sidewalk umstritten

Das Projekt selbst wird von Sicherheitsfachleuten kritisiert. Seit 2019 plant der Konzern mit Sidewalk und rief damit sofort Datenschützer auf den Plan. Zwar soll es dazu dienen, die Datenübertragung und die Kommunikation zwischen Geräten und über größere Entfernungen zu optimieren. Eine Kontrolle darüber, welche Informationen fließen, bestand beispielsweise laut der Washington Post aber nicht.

Zwei Jahre später schaltete man die Sidewalk-Funktion für Amazons Echo frei, ganz ohne deren Nutzer*innen darüber zu in Kenntnis zu setzen. Wer es nicht verwenden möchte, muss es aktiv ausschalten.

Nun dürfen Entwickler*innen in den USA das Netzwerk für Echo, Ring und Co. testen. Sollte alles wie geplant umgesetzt werden, würde man damit aufgrund der weiten Verbreitung der Geräte in den USA etwa 90 Prozent der Bevölkerung erreichen – sofern die Nutzer*innen dem zustimmen. Das berichtet Amazon in einem Blogeintrag.

Das soll Sidewalk können

Im Detail bringt das Projekt Amazon zufolge verschiedene Vorteile. So könne eine Kamera auf der eigenen Garage das Netz um rund einen Kilometer erweitern. Dazu gäbe es vom Konzern zusätzliche Zwischenstationen, die noch bestehende Lücken ausfüllen sollen.

Aktuell hätten die meisten Nutzerinnen und Nutzer kompatibler Amazon-Echo- und anderer Geräte in den USA diese bereits zum Teil des Netzwerkes gemacht, heißt es laut diverser Medien unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa) weiter. Damit erklären sie sich gleichzeitig bereit, einen Teil der Bandbreite ihres Internet-Anschlusses bereitzustellen.

Laut Bloomberg Ursprünglich wurde das Netzwerk entwickelt, um Amazons Smart-Home-Geräte online zu halten und die Lücke zu schließen, in der das heimische WLAN einen Bewegungssensor oder ein mit dem Internet verbundenes Türschloss nicht erreichen kann. Der E-Commerce-Riese glaubt jedoch, dass auch andere Unternehmen eine Verwendung für ein Netzwerk mit großer Reichweite und geringer Bandbreite finden werden.

Für die deutsche Nutzerschaft, die damals auch über das sogenannte „Nachbarschaftsnetzwerk“ informiert wurde, gibt es bislang übrigens keinen Zugang.

Wie sicher ist Amazons Sidewalk?

Einem von Amazon veröffentlichten Bericht zu Datenschutz- und Sicherheitsbedenken des neuen Netzwerks zufolge verwendet Sidewalk drei Verschlüsselungsebenen, um sicherzustellen, dass die Daten nur vom Gerät selbst und dem Server, an den es Daten sendet, eingesehen werden können.

Sidewalk-Geräte können keine Daten über die Echo- oder Ring-Geräte sehen, mit denen sie verbunden sind (einschließlich Daten über den Besitzer) und umgekehrt. Die einzige Ausnahme ist, wenn Sie sowohl das Sidewalk-Gerät als auch das Echo oder Ring-Gerät besitzen.

Consumer Reports hat sich den Bericht näher angeschaut und dazu ein zunächst positives Urteil abgegeben: „Amazon Sidewalk scheint ziemlich sicher zu sein“, erklärt Steve Blair, einer der CR-Testingenieure für Datenschutz und Sicherheit.

Dennoch sei es möglich, dass sich daraus völlig neue und bislang ungeahnte Probleme ergeben: „Allerdings eröffnet die Einführung einer neuen Form der Kommunikation zwischen Geräten unweigerlich neue Möglichkeiten für Hacker, diese Geräte anzugreifen.“

Kundinnen und Kunden, denen das zu riskant ist, können das Sidewalk-Feature für Amazon Echo- und Ring-Geräte über die Alexa-App oder die Einstellungen der Kamera deaktivieren.

Quellen: Amazon, dpa, Bloomberg, Consumer Reports

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