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Amazon: Diese fiese Praxis erzürnt zahlreiche Kunden – jetzt drohen Konsequenzen

Für einen Großteil der Shoppingfans ist Amazon die erste Adresse für den digitalen Einkauf. Doch auf der Plattform sind Mechanismen am Werk, die jetzt zahlreiche Fans aufgebracht haben.

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Das kann man tun wenn Amazon den falschen Artikel geschickt hat.

Wer online shoppen möchte, kommt um Amazon einfach nicht herum. Das Versandhaus bietet nahezu alles mit schnellem Versand, sowohl aus dem eigenen Sortiment als auch von Drittanbietern. Regelmäßig gibt es Top-Angebote zu entdecken – wobei „entdecken“ tatsächlich der springende Punkt einer neuen Sammelklage in den USA ist. Der Vorwurf: Die besten Deals würde man nämlich immerzu verstecken.

Amazon: Bestpreise oft nicht direkt einsehbar

Das berichtet jetzt die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach würde Amazon gegen den Verbraucherschutz verstoßen, indem das Unternehmen Hunderte von Millionen Käuferinnen und Käufer zu höheren Preisen lenken würde, um dadurch extra Gebühren einkassieren zu können.

Konkret geht es dabei um die sogenannte „Buy Box“. Diese ist stets rechts auf der Produktseite zu sehen und bietet unter anderem die Optionen „In den Einkaufswagen“ und „Jetzt kaufen“. In der Klage heißt es, dass in 98 Prozent der Fälle Personen zu dem in der Box angezeigten Preis greifen würden, weil sie glauben, dass dies bereits das beste Angebot darstellen würde. Dabei würden aber günstigere Angebote ignoriert beziehungsweise unterdrückt werden, die tatsächlich auch existieren.

Übrigens: Dies ist nicht das erste und einzige fragwürdige Vorgehen. Auch gegen eine andere Preispraxis bei Amazon ging man schon vor, weil sie Kunden und Kundinnen in die Irre führt.

Algorithmus unterstützt Drittanbieter

Angeblich würde ein Algorithmus im Hintergrund arbeiten, der vor allem bestimmten Drittanbietern einen Vorteil verschaffen soll. Dies sollen Geschäftspartner sein, die am „Fulfillment By Amazon“-Programm teilnehmen und „heftige Gebühren“ dafür bezahlen, dass Amazon verschiedene Aufgaben übernimmt wie die Lagerung, Verpackung und den Versand von Waren, die Abwicklung von Retouren und andere Dienste.

Dazu zählt offensichtlich auch, dass deren Produkte prominenter bei Amazon platziert werden – wie zum Beispiel in der „Buy Box“. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die eigenen Profite über das Wohlergehen der Kundschaft zu stellen. Deswegen wolle man nun Schadenersatz einklagen.

Das geschieht zwar in den USA, doch die Praxis ist unter anderem auch in Deutschland gängig. Nicht selten passiert es, dass ein Preis in der „Buy Box“ größer sichtbar ist, aber links unter der Auswahl der genauen Produktvariante weniger auffällig etwa steht: „X neu ab BETRAG“, was auf einen günstigeren Preis hinweist:

Ausschnitt von Amazon mit Buy Box (rechts) und einem kleinen Marketplace-Hinweis.
Der höhere Preis ist größer und prominenter platziert, die günstigeren Angebote könnte man leicht übersehen. © Screenshot

Quelle: Reuters

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