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Gehalt: Vorstellung von Gen Z-ler verblüfft selbst Personaler

Bei einem Bewerbungsgespräch äußerte ein Bewerber der Generation Z seine sehr speziellen Wünsche. Darunter auch jene in Sachen Gehalt.

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Mit diesem Gehalt giltst du in Deutschland als arm

Ab wann giltst du in Deutschland als armutsgefährdet? Die Antwort ist komplizierter, als du vielleicht denkst.

Eine Personalverantwortliche teilte auf Twitter ihre Erlebnisse während eines Bewerbungsgesprächs mit einem jungen Vertreter der Generation Z. Die Ansichten, die er bezüglich seines Gehalts und der Work-Life-Balance äußerte, sorgten dafür, dass ihr Beitrag sich rasch verbreitete und von Hunderttausenden gesehen wurde.

Gehalt: Davon träumt Gen-Z

Schon am 19. Juli hatte Sameera Khan auf Twitter (inzwischen als „X“ bekannt) einen kurzen Auszug des Gesprächs geteilt. Bis heute wurde dieser über 800.000-mal angeschaut. Die Personalerin, die in Indien lebt und Director of People Success bei Infeedo, einer Plattform für Mitarbeitererfahrungen ist, war selbst überrascht, wie sehr sich ihr Post zum Gehalt des Gen Z-Bewerbers verbreitet hatte: „Woah, ich hätte nicht erwartet, dass dieser Tweet so einschlagen würde. Ich sehe interessante Meinungen.“

Im Detail hatte sie darin Folgendes beschrieben:

Ich habe heute ein Vorstellungsgespräch mit einem Praktikanten der Generation Z geführt, und er sagte, dass er eine ausgewogene Work-Life-Balance mit nicht mehr als 5 Stunden Arbeit anstrebt.
Er mag die MNC-Kultur [Anm. d. Red.: die Kultur multinationaler Unternehmen] nicht und möchte bei einem Start-up arbeiten.
Außerdem möchte er ein Gehalt von 40-50k.

Gott segne die Zukunft der Arbeit.

Twitter (X)/@sameeracan

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Gen Z in der Kritik

Bei der sogenannten Generation Z handelt es sich zum größten Teil um zwischen 1997 bis 2012 geborene Personen. Eine eindeutige Definition der Anfangs- und Endjahre der gibt es wohl nicht. Die Einstellungen zur Erwerbstätigenrolle, die die Gruppe laut ihrem Ruf vertritt, sind regelmäßig Mittelpunkt von Diskussionen. So stoßen sich viele an deren Wunsch nach einer klaren Trennung zwischen Privatleben und Beruf sowie dem Job an zweiter Stelle, trotz vergleichsweise hoher Entlohnung.

Das spiegeln zumindest einige Kommentare unter dem Post wider. Ein Nutzer äußerte sich beispielsweise folgendermaßen: „Ich stelle jedes Quartal Gen Z ein und sie können überhaupt keinen Druck aushalten, erwarten aber eine riesige Menge Geld. Sie sind kreativ, aber sie nehmen Jobs als selbstverständlich hin“.

Andere verteidigten derartige Forderungen und stellten sich hinter den Bewerber und sein gewünschtes Gehalt: „Gott sei Dank stellt die Gen Z wenigstens Forderungen und ist nicht damit einverstanden, ein Unternehmenssklave zu sein, der kein Leben hat und nur arbeitet. Gut für sie.“ Auch viele andere Twitter-Nutzer*innen sympathisieren mit entsprechenden Prioritäten.

Laut Experten, so Business Insider, wäre es für die jungen Arbeitssuchenden, die noch recht neu in der Arbeitswelt unterwegs sind, dagegen ratsam, sich zunächst über ihre Branche zu informieren, bevor sie entsprechende Forderungen und Frage über die Anzahl der Arbeitsstunden stellen. In manchen, wie dem Finanzwesen, käme dies demnach wohl nicht gut an.

Quellen: Twitter (X)/@sameeracan, Business Insider

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