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Wird Bargeld knapp? Experten zeigen überraschende Entwicklung

Laut einer Befragung haben zahlreiche Menschen immer weniger Zugang zu Bargeld. Ganz aktuell betrifft das vor allem Sparkassen-Kund*innen.

Eine Frau entnimmt Bargeld am Geldautomaten
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Kein Online-Banking mehr bei der Sparkasse möglich

Wir zeigen dir im Video, was bei Störungen deines Online-Bankings bei der Sparkasse zu tun ist!

In Deutschland steht Bargeld weiterhin an der Spitze der beliebtesten Zahlungsmittel. Mehrere Umfragen zeigen allerdings, dass immer mehr Menschen Probleme damit haben, überhaupt welches zu bekommen. Dabei schreitet die Schließung von Bankfilialen auch 2024 weiter voran.

Bargeld: Zugang wird immer knapper

Eine Untersuchung der Bundesbank und der Verbraucherzentralen mit 1.000 Teilnehmenden hat laut heise.de ergeben, dass viele Menschen derzeit einen schlechteren Zugang zu Bargeld, aber auch eine Abnahme der Möglichkeiten zur Zahlung damit bemängeln.

Für die Bundesbank stellt diese Entwicklung einen klaren Handlungsbedarf dar. Ein Beitrag ist deshalb die Gründung des „Nationalen Bargeldforums“ in Berlin, an dem sich unter anderem Verbände aus Kreditwirtschaft, Einzelhandel und Automatenbetreibern beteiligen. Burkhard Balz, der für Bargeld zuständige Vorstand der Bundesbank, erklärt dazu:

„Ziel des Nationalen Bargeldforums ist es, Bargeld als effizientes und allgemein verbreitetes Zahlungsmittel in einer sich verändernden Zahlungslandschaft zu erhalten.“ 

Kein unbekanntes Bargeld-Problem

Das Problem ist nicht neu wie man schon 2021 in einem ähnlichen Format herausfand: „Der Anteil der Verbraucher:innen, die bereits einmal beim Bezug von Bargeld Probleme hatten, ist in den letzten beiden Jahren angestiegen“, erläuterte damals Heiko Fürst, Referent im Team Marktbeobachtung Finanzmarkt des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Der Umfrage des vzbv zufolge hatten 32 Prozent der Teilnehmenden häufig oder gelegentlich Schwierigkeiten, Bargeld zu beschaffen, und zwar aufgrund fehlender Geldautomaten in der Nähe. Dabei wollten 75 Prozent der Befragten die Wahl behalten, ob sie mit Bargeld oder auf andere Art bezahlen. Einer Studie der Bundesbank zufolge sind es derzeit sogar 93 Prozent.

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Das droht der Sparkassen-Kundschaft jetzt

Obwohl die Sparkasse deutschlandweit über das größte und weitverzweigteste Netz an Geldautomaten führt, streicht man auch hier schon seit Jahren immer mehr, wie unter anderem das Handelsblatt berichtet. Erst jüngst hieß es laut Express, dass allein im Raum Köln-Bonn 22 Filialen geschlossen werden sollen. Davor waren es etliche der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS), der größten Sparkasse Ostdeutschlands.

Wie Robert Heiduck von der MBS dazu gegenüber der Tagesschau erklärt, steht dahinter allerdings in den meisten Fällen nicht der Gedanke, Personal zu reduzieren oder Geld zu sparen: „75 Prozent aller unserer Zahlungsvorgänge finden online statt. Es gibt ja kaum noch einer eine Papierüberweisung ab.“ Man wolle deshalb angesichts des Fachkräftemangels die Kompetenzen bündeln.

Der Zugang zum Bargeld bleibt dabei allerdings auf der Strecke, denn verschwinden Filialen, tun dies auch Geldautomaten. Kundinnen und Kunden sind deshalb immer öfter gezwungen, alternativ zu zahlen oder sich Bargeld zum Beispiel an der Supermarktkasse auszahlen zu lassen.

Quellen: heise, Bundesbank, Verbraucherzentrale Bundesverband, Express, Tagesschau

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