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Schockmoment für Commerzbank-Kunden: Vermutlich nach Verwendung dieser Funktion war ihr Konto leer

Einige Kundinnen und Kunden der Commerzbank wurden Opfer eines millionenschweren Betrugs. Im Fokus stand dabei scheinbar vor allem eine bestimmte Funktion des Anbieters.

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Das sind die Vorteile von Online-Banken

Denkst du über den Wechsel zu einer Direktbank nach? Online-Banken, also solche Institute, die keine niedergelassenen Filialen betreiben, bieten dir im Großteil der Fälle ein besseres Preis-Leistungsverhältnis als die meisten Filialbanken.

Es dürfte der Albtraum jeder Bankkundin oder jedes Bankkunden sein: Einige Konten bei der Commerzbank waren urplötzlich leergeräumt. Das Problem ist mittlerweile behoben. Doch bei der Ursache lohnt es sich genauer hinzuschauen, denn ähnliche Fälle gab es in jüngerer Vergangenheit schonmal.

Commerzbank: Kriminelle erbeuten Millionen

Mitte vergangener Woche bestätigte eine Vertreterin der Commerzbank gegenüber Finanz-Szene, dass Kundinnen und Kunden ihrer Bank Opfer eines millionenschweren Betrugs wurden. Durch Einsatz spezieller Girokarten konnten Kriminelle unautorisiert teils empfindliche Summen von den Konten mehrerer Nutzender abheben.

Wie das Handelsblatt schreibt sei davon eine dreistellige Zahl an Kundinnen und Kunden betroffen. Gegenüber Finanz-Szene sprach die Commerzbank-Vetreterin von „wenigen Einzelfällen“. Zur Einordnung: Die Commerzbank hat elf Millionen Kundinnen und Kunden.

Laut Handelsblatt gelang es den Kriminellen eine zweistellige Millionensumme zu erbeuten. Dabei bezieht es sich auf unbestätigte Angaben aus Finanzkreisen.

Mittlerweile will die Bank alle Betroffenen entschädigt haben. Die Täterinnen und Täter sind noch unbekannt. Dabei stellt sich natürlich auch die Frage, wie es zu den unrechtmäßigen Abbuchungen kommen konnte. Hier scheint die Spur zu einer Sicherheitslücke bei einem beliebten Service der Commerzbank zu führen.

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So gelang der Kontoraub wahrscheinlich

Im Fokus der großangelegten Betrugsaktion lagen Girocards mit Maestro-Funktion. Darüber lassen sich Zahlungen im Ausland tätigen. Entsprechend handelt es sich bei den Kreditkarten um sogenannte Co-Badges. Darunter versteht man eine Bezahlkarte, die mehreren Bezahlsystemen zugeordnet ist. Neben der Commerzbank bieten fast alle größeren deutschen Banken Karten solcher Art an.

Das Angebot der Commerzbank schien dabei jedoch eine Sicherheitslücke aufgewiesen zu haben. Wie der Bank-Verlag gegenüber dem Handelsblatt bestätigt, sei diese nach dem Schreckensmoment nun jedoch rasch geschlossen worden.

Als IT-Dienstleister ist der Bank-Verlag für die Maestro-Karte der Commerzbank und deren Verwendungsprozesse verantwortlich. Es handelt sich aktuell nicht um das erste Mal, dass der Bank-Verlag und einer seiner Services im Zentrum eines großen Betrugsfalls stehen.

Bank-Verlag-Produkte wiesen schonmal Sicherheitslücken auf

Bereits im Jahr 2019 berichtete Finanz-Szene, dass ein Sicherheitsleck beim Bank-Verlag Betrügerinnen und Betrügern leichtes Spiel ermöglichte. Durch Nachbau von Kartenlesegeräten gelangen Kriminelle in Besitz der Kreditkartennummern von 2.000 Nutzenden der Oldenburger Landesbank (OLB Bank). Auch deren Konten wurden ausgeräumt.

Der Bank-Verlag war damals als Betreuer der Debitkarten-Transaktionen der OLB Bank beauftragt, bemerkte die großangelegte Betrugsaktion jedoch erst zu spät. Das erneute Auftreten ähnlicher Probleme bei der Commerzbank lässt Fragen zur Sicherheit des Dienstleisters aufkommen, wobei es sich auch um einen unglücklichen Zufall handeln kann. Denn die Zahl von Betrugsfällen und Hackerangriffen auf Banken ist den letzten Jahren enorm gestiegen.

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Quellen: Finanz-Szene, Handelsblatt

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