Es gibt Geschäftsmodelle, die sind Selbstläufer. Hat man sie erstmal gefunden, dann lassen sie sich bis zum äußersten ausreizen. Eines dieser Geschäftsmodelle sind Sportsimulationen für Konsole und PC. In den 90er Jahren hat der US-amerikanische Spielentwickler Electronic Arts eine Erfolgsformel für Spiele dieser Art gefunden. Jahr für Jahr bringt Electronic Arts unter der Marke EA Sports verschiedene Sportspiele heraus, die vor allem mit einem Verkaufsargument überzeugen: Lizenzen.

Geld ausgeben, um Geld zu verdienen

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Der Videospielkonzern investiert Millionen an Euro in Lizenzgebühren für die nordamerikanischen Profiligen NBA, NHL, MLB und NFL und erwirbt bei der internationalen Fußballergewerkschaft und der FIFA die Rechte für die Verwendung von Namen und Erscheinungsbild hunderter Klubs und tausender Profi-Spieler.

Da jedes Jahr Spieler den Verein wechseln und Klubs ihre Trikotfarben verändern ist es für Sportfans ein Muss alljährlich im September in den nächsten Elektronikhandel zu eilen, um die neueste Ausgabe mit den aktuellen Spielern und Designs zu ergattern – und das obwohl Konkurrenten, wie etwa beim Fußball die Franchise Pro Evolution Soccer des japanischen Herstellers Konami, technisch und spielerisch überlegene Spiele anbieten. Da Konami aber im Wettstreit um Lizenzrechte das Nachsehen hat, wird Electronic Arts auf absehbare Zeit seine dominante Marktposition behalten.

Langsame Veränderung

Als Fan dieser Sportsimulationen hat man oft den Eindruck für viel Geld wenig Neues zu erwerben. Da jedes Jahr ein neues Spiel in den verschiedenen Reihen erscheint, bemerkt man kaum, wie sich Grafik, Engine und Künstliche Intelligenz verbessern. Umso auffälliger, wenn man nach einigen Jahren wieder eine ältere Version zur Hand nimmt und bemerken muss, dass da offensichtlich doch mehr Entwicklungsarbeit dahintersteckt, als einfach nur die Spieler-Datenbanken zu aktualisieren.

Die FIFA-Reihe zählt zu den meistverkauften Videospielen aller Zeiten. Mittlerweile hat Electronic Arts 25 Ausgaben veröffentlicht (Ableger wie FIFA Street und Football Manager sowie Spezialversionen zu Welt- und Europameisterschaften sind da nicht mitgezählt). Erst wenn man diese verschiedenen Ausgaben einander gegenüberstellt, bemerkt man, wie große Veränderungen das Genre der Sportsimulationen durchlaufen hat.

Ein kleines bisschen Videospielgeschichte

Wie fast in allen Lebenslagen, gibt es auch hierbei Unterstützung von YouTube. Dort finden sich dutzende Zusammenschnitte, die chronologisch der Entwicklung der FIFA-Reihe (und der anderen Sport-Franchises von EA Sports) folgen. Von der ersten FIFA-Ausgabe, die noch auf dem Amiga spielbar war, über diverse Konsolengenerationen bis hin zum aktuellen FIFA 18, das nun auch auf der Nintendo Switch spielbar ist.

Selten konnte man sich besser davon überzeugen, wie Videospiele sich in allen Belangen der Realität anzunähern versuchen – und wie die technischen Möglichkeiten im Laufe der letzten 25 Jahre regelrecht durch die Decke gegangen sind.

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