Als Netflix im Jahr 2007 sein Streamingangebot einführte, standen den damaligen Abonnentinnen und Abonnenten nicht mehr als 1.000 Filme und Shows zur Verfügung. Im Laufe der Jahre stieg ihre Anzahl aber rasant, sodass der Dienst schon im Juni 2009 gut 12.000 Titel umfasste. So ganz kann das Netflix von heute nicht mit diesen Zahlen mithalten.

Zum Vergleich: 2009 nutzten circa 11,9 Millionen Menschen Netflix. Im Jahr 2019, also rund zehn Jahre später, waren es schon 167,1 Millionen.

Netflix bietet immer weniger Filme

Es hätte so schön sein können – wäre da nur nicht die unerträgliche Konkurrenz. Denn auch auch Unternehmen wie Amazon, Disney und HBO wollen ihr Stück vom Streamingsegment abhaben. Sie stellen eigene Dienste mit eigenen Originalfilmen und einer Vielzahl unterschiedlicher Shows. Das spiegelt sich auch in den Abonnements des einstigen Platzhirsches wider.

Eine am Freitag veröffentlichte Analyse des Branchenportals What’s on Netflix zeichnet ein verheerendes Bild. Demnach hätten sich in der US-Bibliothek des Dienstes noch im Mai 2015 rund 4.751 Filme befunden. Im Mai 2022 sind gerade mal 3.016 übriggeblieben – das entspricht einem Rückgang von über 36 Prozent. Den größten Knick legte das Sortiment in diesem Zeitraum zwischen den Jahren 2015 und ’16 hin.

Netflix US-Filmbibliothek im Zeitverlauf
„Netflix US-Filmbibliothek im Zeitverlauf“ © What's on Netflix

2011 fanden Nutzerinnen und Nutzer sogar noch rund 11.000 Titel – Filme und Shows – in der Netflix-Bibliothek. Das änderte sich aber, als immer mehr Studios dem Dienst den Rücken zukehrten. Besonders eindrucksvoll präsentierte sich 2015 der Umzug von Epix Movies zum Streamingservice Hulu.

Wer befüllt die Bibliothek?

Zumindest die US-Bibliothek des Dienstes bezieht fast ein Viertel all ihrer Filme von Warner Brothers. Da die einst geschlossenen Lizenzverträge zwischen dem Unternehmen aber jeden Monat auslaufen, werden wir wohl bald beobachten „dass die Titel zu HBO Max fließen“. Das erklärte Jason Kilar, CEO von WarnerMedia, schon Mitte Januar in einem Tweet.

Anfang April sah die Lizenz-Verteilung bei Netflix in den USA noch folgendermaßen aus:

  • Warner Brothers: 23 %
  • Universal: 8 %
  • Andere (Lionsgate): 8 %
  • Netflix (Eigenproduktionen): 6 %
  • Sony: 5 %
  • Paramount: 4 %
  • STX: 2 %

Preise steigen dennoch

Während die Bibliothek des beliebten Streamingdienstes immer weiter abzunehmen scheint, wird seine Nutzung über die Jahre teurer. Im August 2015 kostete dich ein Standard-Abo (2 Geräte, HD) noch 9,99 Euro, ein Premium-Abo (4 Geräte, Ultra-HD) schlug mit 11,99 Euro zu Buche. Seit April 2019 musst du mit 11,99 beziehungsweise 15,99 Euro rechnen.

Das geht aus einer Grafik hervor, die der Journalist Mathias Brandt auf Statista veröffentlichte:

Netflix-Preise im Lauf der Jahre
Netflix-Preise im Lauf der Jahre (Stand 2019). © Statista/Mathias Brandt

Quelle: What’s on Netflix; Twitter/@jasonkilar; Statista

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