Das Ende von „Knowing“ hat es echt in sich. Man mag von den knapp zwei Stunden davor, in denen man von „Dark City“-Regisseur Alex Proyas durch ein düsteres Boston gepeitscht wird und die mimischen Entgleisungen von Nicolas Cage erleben darf, denken was man will, aber das „Knowing“ Ende ist ein denkwürdiges, ob man es nun für einfach genial oder nur einfach blöd hält. Das steckt hinter dem Ende und warum es uns seit 2009 immer noch beschäftigt. (RTL II zeigt „Knowing“ am 17. April 2020 um 20:15 Uhr im Fernsehen. Unbedingt schauen!)

Was passiert am Ende von „Knowing“?

(Vorsicht: Spoiler!) „Knowing“ endet mit einer Szene, in der der brillante Astrophysiker John Kostler (Nicolas Cage) in den Armen seiner Familie dem Ende der Welt beiwohnt. Korrekt, es gibt kein Happy-End, keinen Hoffnungsschimmer am Horizont. Der Film von Alex Proyas ist keine hübsche Dystopie, die an die Zuschauer eine harmlose Warnung aussprechen will. Das „Knowing“ Ende ist das Ende der Welt. Die mysteriösen, engelsgleichen Wesen, mit denen Johns Sohn Caleb in Kontakt war, erweisen sich als Aliens, die den Erdenbewohnern eine Warnung aussprechen wollten. Jetzt ist es zu spät.

Dass ein Blockbuster-Film von dieser Größe mit einem so niederschmetternden Ende daher kommen würde, das war 2009 für viele zuviel. Neben viel Lob vom US-Kritikerpapst Roger Ebert gab es auch reichlich Häme für „Knowing“. Die einen fanden den Film sehr unterhaltsam, die anderen sehr dämlich. Und das Ende empfanden manche als Überraschung, andere als nur konsequent und erlösend, um bloß nicht mehr diesen einfältigen Erdenbewohnern zusehen zu müssen.

Darum begeistert und frustriert das „Knowing“ Ende seit 2009

So oder so, das „Knowing“ Ende begeistert deshalb, weil der Tod der Erde durch die Sonne im spektakulären Finale, den ganzen Film hindurch vorhergesagt wird und sich zum Schluss auch erfüllt. Es geht also um die Frage zwischen echter Vorhersehung und bloßem Zufall. Und selbst wenn wir mit unseren Helden mitfiebern, ist jede ihrer Handlungen und jede Einsicht, die sie haben, letztlich umsonst für den Ausgang der Geschichte.

An einem Punkt des Films beklagt sich sogar die von Nicolas Cage gespielte Figur: „Warum habe ich diese Vorhersehung erhalten, wenn ich nichts dagegen tun kann? Wie soll ich das Ende der Welt aufhalten?“ Der Mensch ist im Großen und Ganzen also irrelevant. Das ist eine sehr starke Botschaft für einen sonst nicht immer logischen, oft unfreiwillig komischen Film.

Darum ist der Romanautor Dennis Lehane kein Fan vom „Shutter Island“ Ende. So macht das Ende von „James Bond 007: Spectre“ irgendwie doch noch Sinn. Sie war die ganze Zeit über schon tot? Hier sind die lustigsten Fan-Theorien zu den Enden bekannter Filme.

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