Mitte Juli fand der ukrainische Forscher Wolodymyr Djatschenko die sogenannte „No Fly List“ auf einem ungesicherten Server. Wer mit Namen Adresse und Passnummer drauf steht, unterstützt in den Augen der USA Terrorismus. Jedoch landen immer wieder auch Aktivist:innen und Menschenrechtler:innen auf der Liste und können nur erschwert reisen. Diese sind nun in Gefahr.

„No Fly List“ soll Terrorismus verhindern

Nachdem der Ukrainer den Fund gemeldet hatte, dauerte es drei Wochen, bis die Liste nicht mehr frei zugänglich war. Nun machte er seinen Fund auf LinkedIn öffentlich. Er betont, dass diese Exposition von sehr persönlichen Daten ein Risiko gerade für die Menschen sei, die mitunter zu Unrecht auf der Liste stünden. Menschen könnten „unterdrückt, belästigt oder verfolgt“ werden. Wie viele von den 1,9 Millionen Menschen zu Unrecht drauf stehen, ist bisher nicht bekannt.

Gefunden wurde die „No Fly List“ auf einer offenen Elasticsearch-Instanz ohne Authentifizierung. Mit diesem Software-Produkt kann man große Datenmengen indexieren und somit durchsuchbar machen. Die IP-Adresse des Servers soll laut dem Bericht auf Bahrain deuten – nicht die USA. Warum es lange drei Wochen dauerte, bis die Daten nach seinen Tipp aus dem Netz verschwanden, könne sich Djatschenko nicht erklären. Auch weitere Akteure hätten auf die Daten zugreifen können.

Auch Unschuldige auf der List

Die US-amerikanische Abteilung Terrorist Screening Center (TSC) des Federal Bureau of Investigation (FBI)verwaltet die „No Fly List“ seit seiner Gründung im Jahr 2003. Mehrere andere Behörden speisen vermeintliche Terrorist:innen in die Liste ein, wie Heise Online berichtet. Das Nachrichtenmagazin setzt den Vorfall mit dem Aktivisten Ahmad Chebli in Verbindung: Dieser landete auf der Liste und wurde erst nach einer Klage gestrichen.

Die „No Fly List“ steht international immer wieder in der Kritik, weil Unschuldige auf der Liste landen können. Auch in Deutschland kritisieren die Anti-Terror-Verordnung – aber weil die Verantwortlichen Zensur befürchten.

Quellen: Heise Online, LinkedIn

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