Seit Jahren schon kämpft die deutsche Bundesregierung mit unterschiedlichen Aspekten der Digitalisierung. Vor allem der Breitbandausbau kommt immer wieder ins Stocken, während die Bürokratie unter defekten Faxgeräten leidet. In einem Punkt aber hat die Regierung nun aber offenbar einen Satz nach vorn getan – beim digitalen Führerschein.

Digitaler Führerschein: „Erste Stufe“ erreicht.

Angekündigt hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) den digitalen Führerschein bereits Ende Oktober 2020 im Rahmen der Europäischen Verkehrsministerkonferenz. In Zusammenarbeit mit dem Kraftfahrt-Bundesamt und der Bundesdruckerei hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nun die „erste Stufe“ des Prototyps entwickelt.

Ab sofort kannst du mit der ID Wallet-App deinen eigenen digitalen Führerschein erstellen. Künftig plane das BMVI, weitere Anwendungen und Funktionen zu integrieren. Vor allem bei der Nutzung von Carsharing-Angeboten könnte das Konzept in Zukunft hilfreich sein.

„Der digitale Führerschein kommt“, erklärt der CSU-Politiker. „Die Technik steht – jetzt geht es in die Anwendungen.“ Der digitale Führerschein habe das Potenzial, „den Alltag von Autofahrern deutlich zu erleichtern“. Wegfallen würden dadurch etwa aufwändige Video-Überprüfung des Führerscheins beim Carsharring. „Parallel dazu arbeiten wir auf EU-Ebene daran, dass der digitale Führerschein auch als offizieller Nachweis der Fahrerlaubnis zum Beispiel in Polizeikontrollen anerkannt wird“, so Scheuer.

„Wichtiger Meilenstein“

„Das Fehlen digitaler Nachweise ist eines unserer größten Digitalisierungshemmnisse“, zitiert die entsprechende Pressemitteilung des BMVI außerdem Digitalministerin Dorothee Bär (CSU). „Dass ab heute der digitale Führerscheinnachweis in der Wallet zur Verfügung steht, ist daher ein ganz wichtiger Meilenstein im Aufbau unseres Ökosystems digitaler Identitäten.“

Perspektivisch könnten ihrzufolge gleich mehrere künftige Anwendungsfälle davon profitieren. „Mit unserem Identitätsökosystem unterstützen wir unsere Unternehmen dabei, digitaler und effizierter zu werden, und geben die Hoheit, mit wem Daten geteilt werden, in die Hände der Bürgerinnen und Bürger“, erläutert Bär.

Damit tatsächlich jede:r von diesem Schritt der Digitalisierung profitieren kann, braucht es erstmal das im Rahmen der jüngst beschlossenen Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) angekündigte „schnelle Internet“.

Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

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