Das Model 220 Trimline von Western Electric.
Das Model 220 Trimline von Western Electric. Foto:

1896 wurde ein Patent angemeldet, dessen Ergebnis heute meist nur noch Vintage-Bilder schmückt – die Wählscheibe. Im Vergleich zu den vorherigen Entwicklungen der Fernvermittlungstechnik stellte sie einen regelrechten Sprung nach vorn da, wenngleich auch sie regelmäßiger Wartung bedurfte und eine eigene Batterie benötigte.

Die integrierte Wählscheibe

Das erste freistehende Telefon mit Wählscheibe war das Model 50AL Candlestick, welches 1919 vorgestellt wurde. Es war eine der Erfindungen, die den Startschuss für die Ära der Wählscheibe gaben. Bereits 1927 kam das erste Telefon mit tatsächlichem Hörer – das Model A1 – auf den Markt, welches dem 20. Jahrhundert einen weiteren Neuanstrich verpasste.

Die Telefontechnik entwickelte sich in Optik, Handling und Innenleben immer weiter, bis schließlich 1965 das erste Modell entwickelt wurde, dessen Wählscheibe direkt in den Hörer integriert war. Das „Model 220 Trimline“ von Western Electric konnte sowohl an der Wand, als auch auf dem Tisch platziert werden.

Neue Ära, neue Regeln

Die Wählscheibe war eine Erfindung, die es so zuvor noch nicht gab. Wollte ein Telefonnutzer einen anderen erreichen, dann musste er das an das zuständige Amt weitergeben. Das zog dann einen langen Verbindungsprozess nach sich, den wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können. Mit den neuen Systemen – allen voran die Wählscheibe – war das nicht länger nötig, da man sich mit dem eintippen, beziehungsweise -drehen, der Nummer ganz einfach selbst vermitteln konnte.

Dies war ein völlig neues Konzept, das ebenso wie die voranschreitende Digitalisierung heutzutage Erklärung bedurfte. Es mussten also TV-Spots und Seminare her, die die Nutzung dieses neuartigen Geräts für die Masse verständlich erklärten. Man war es nicht gewohnt, selbst die entsprechende Empfänger-Nummer zu wählen und auch die Signale, die wir heute alle kennen, waren damals noch eine absolute Neuheit.

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„Jetzt können Sie wählen“

Was für uns heute intuitiv ist, benötigte damals noch detaillierte Erklärung; die Eingabe der Nummer beispielsweise. So wollte man vermeiden, dass die noch unbeholfenen Telefonnutzer sich verwählten und einander belästigten. Diese Crash-Kurse der Telefon-Nutzung verschafften der Wahlscheibe einen Start in die Branche, wie er besser wohl kaum hätte sein können.

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