Über viele Jahre war es das gleiche: Apple oder Samsung stellen neue Modelle ihrer Smartphones vor und Millionen Menschen auf der ganzen Welt hatten plötzlich das Gefühl, ihr eigenes Smartphone sei nicht mehr smart genug. Oder aber, das Design des neuen Top-Models war so schick, dass man einfach nicht wiederstehen konnte. Gründe, um sein Smartphone im Jahresrhythmus zu wechseln, gab es viele.

Verkaufszahlen gehen erstmals zurück

Die musste es auch geben, schließlich müssen Apple, Samsung & Co. stetig dafür sorgen, dass neue Geräte verkauft werden. Doch in Zeiten, in denen der Markt für Smartphones, zumindest in der westlichen Welt, nahezu gesättigt ist, gestaltet sich dieses Unterfangen für die Firmen immer schwieriger. Zwar wirken 408 Millionen verkaufte Geräte im vierten Quartal des vergangenen Jahres immer noch beeindruckend – bedeuten aber dennoch einen Rückgang von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, laut Zahlen der Marktforschung Gartner.

Neue Modelle begeistern nicht mehr durch neue Funktionen, das Design bleibt weitesgehend gleich und Kunden beginnen sich zu fragen, wieso sie denn dann überhaupt auf ein neues Gerät umsteigen sollten.

Trend Gebrauchtgerät

Wie das Wallstreet Journal in seiner Online-Ausgabe berichtet, verzichten immer mehr Nutzer auf die Anschaffung eines nagelneuen Smartphones und greifen lieber zu gebrauchten Geräten. Egal, ob diese nun privat über Plattformen wie eBay verkauft werden oder aber ob man die Geräte einfach innerhalb seiner Familie weiterreicht: Das Geld landet am Ende nicht mehr bei den Herstellern.

Wie die Seite weiter schreibt, habe der durchschnittliche Kunde in den USA sein Smartphone alle 23 Monate gegen ein neues Modell eingetauscht. Neue Zahlen hingenen legen nah, dass die gleichen Kunden in Zukunft sogar 33 Monate warten werden, ehe sie sich ein neues Modell zulegen.

Hersteller verdienen dennoch

Auch wenn die Hersteller nicht mehr direkt an den (Alt-)Geräten verdienen, sind sie für Firmen wie Apple Segen und Fluch zugleich. Zwar muss der Konzern auf die Einnahmen durch den Verkauf eines Neugeräts verzichten, gewinnt aber auf der anderen Seite unter Umständen einen neuen Kunden, der sich sonst niemals ein neues Apple-Produkt hätte leisten können. Dieser Kunde wird Apple dann Geld über den App-Store, den iTunes-Store oder den Musik-Streaming-Dienst Apple Music in die Kassen spülen.

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Aktuelle Testberichte scheinen den Kunden übrigens Recht zu geben. So wurde nämlich das gerade von Samsung präsentierte Top-Modell Galaxy S9 verschiedenen Benchmarktests unterzogen. Das Ergebnis: Samsungs Flaggschiff wird von zahlreichen älteren Modellen geschlagen, darunter Apples iPhone 7. Selbst das S8 gewinnt bei dieser Gegenüberstellung gegen seinen neueren Verwandten. Kunden, die im Besitz eines der genannten Modelle sind werden also kaum den Drang verspüren, ihr voll funktionionsfähiges Smartphone gegen das vermeintliche Top-Modell zu tauschen.

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