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Immer Ärger mit USB-C

USB-C-Kabel sind noch nicht da, wo Hersteller – und Smartphone-Nutzer – sie gerne hätten.
USB-C-Kabel sind noch nicht da, wo Hersteller – und Smartphone-Nutzer – sie gerne hätten.
Foto: Belkin
USB-C-Kabel waren das große Versprechen der Smartphone-Hersteller. Gehalten wurde es nicht. Schließlich haben Nutzer noch immer mit einem Wirrwarr an Ladestationen und Adaptern zu tun.

Als die Hersteller damit begonnen haben, beim USB-Standard auf USB Type-C zu wechseln, wurde die Umstellung mit Vorteilen für die Kunden argumentiert: Schnellere Datenverbindung mit Audio- und Display-Konnektivität sowie einheitliche Energieversorgung.

Mittlerweile mussten aber zahlreiche Smartphone-Nutzer feststellen, dass die Versprechen der Hersteller nicht gehalten wurden: Bei den Ladekabeln etwa herrscht nach wie vor ein Chaos, sodass mit einem USB-C-Kabel oftmals nicht einmal die Smartphones anderer Hersteller geladen werden können. Beispielsweise lässt sich das Motorola Moto G6 nicht mit dem Kabel und der Ladestation des Huawei P20 aufladen.

Schnelles Laden unmöglich

Wie und ob Smartphones per USB-C geladen werden, hängt davon ab, welche Spannung und Stromstärke unterstützt wird. Die Konfiguration der drei Komponenten – Ladestation, die in der Steckdose steckt, Kabel selbst und Smartphone – ist also zentral für die Ladegeschwindigkeit.

Verwendet man etwa ein Kabel eines Drittanbieters oder borgt sich das Kabel eines anderen Herstellers aus, kann man dadurch auch die Schnellladefunktion verlieren.

Erwartungen nicht erfüllt

Ähnlich sieht es bei der Datenübertragung aus. USB-C kann USB 2.x, USB 3.x und Thunderbolt-Geschwindigkeiten unterstützen, muss es aber nicht. Auf der anderen Seite gibt es noch die Geräte selbst, die ebenso nicht alle Protokolle –beispielsweise DisplayPort, HDMI oder Ethernet – unterstützen.

So kann es vorkommen, dass eine theoretisch mögliche Funktion, die sich Konsumenten, aufgrund der ursprünglichen Versprechungen der Hersteller, erwarten, am Ende nicht möglich ist. Bei Laptops kann es auch sein, dass von mehreren USB-C-Ports am Gerät nur einer die gewünschte Funktion unterstützt.

Eine weitere Ursache für das USB-C-Chaos ist, dass Hersteller bei den technischen Spezifikationen zwar angeben, von welchem Typ ein USB-Anschluss ist, die exakten Spezifikationen der jeweiligen Ports aber nicht als nennenswert erachten.

Problem Smartphones

Vor allem bei Smartphones wächst sich die USB-C-Kompatibilität zu einem lästigen Problem aus. Bei Smartphones, die keinen Kopfhöreranschluss mehr haben und dafür auf den USB-C-Anschluss inklusive Adapter zurückgreifen müssen, können ohne weiteren Adapter nicht gleichzeitig geladen und für Audiowiedergabe verwendet werden. Darüber hinaus können durch die Verwendung von weiteren Adaptern noch mehr Kompatibilitätsprobleme auftreten.

Vorgaben nötig

Aktuell ist keine Besserung in Sicht. Der Wildwuchs an verschiedenen Adaptern, Drittanbieterkabel und -ladestationen sowie unterschiedlichen Spezifikationen schreitet ungebrochen voran. Das Ergebnis sind frustrierte und verunsicherte Konsumenten. Denn sie sehen einen simplen Standard, der viele Zwecke erfüllen kann und soll, am Ende aber vielleicht genau das Gegenteil der Fall ist.

Bleibt zu hoffen, dass sich das USB Implementers Forum auf strengere und konsistente Vorgaben einigt und sich die Hersteller auch daran halten. Eine baldige, weitere Umstellung, etwa auf USB Type-D, will wohl wirklich niemand.

Dieser Artikel erschien zuerst auf futurezone.at.

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