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Elektrische Kurzstreckenflüge – Norwegen will es probieren

Avinor will weitere Elektroflugzeuge des Herstellers Pipistrel kaufen und schon bald in Dienst stellen nehmen.
Avinor will weitere Elektroflugzeuge des Herstellers Pipistrel kaufen und schon bald in Dienst stellen nehmen.
Foto: AP
Elektroautos füllen allmählich die Straßen – jetzt soll die schadstofffreie Technik auch in die Luft: Norwegen plant Kurzstrecken mit Elektroflugzeugen.

Immer mehr elektrische und autonome Autos fahren auf den Straßen, Konzepte von „Flugtaxis“ entwickeln sich weiter – da war es nur eine Frage der Zeit, bis Fluglinien auf elektrische Flugzeuge umsatteln. In Norwegen hat man sich daher zur Aufgabe genommen, bis 2040 sämtliche Kurzflüge mit E-Flugzeugen abzuhalten. Auf diese Weise erhofft sich die Regierung eine Lösung für zwei Probleme: Der Fluglärm, der in unmittelbarer Umgebung zu Flughäfen eine große Rolle spielt, und die Emissionen, die von herkömmlichen Flugzeugen ausgehen.

Flughafenbetreiber Avinor hat große Pläne

Der norwegische Transportminister Ketil Solvik-Olsen trat bereits im Juni dieses Jahres einen Testflug in einem Elektroflugzeug an. Gemeinsam mit Dag Falk-Petersen, Chef des Flughafenbetreibers Avinor, testete er dabei ein elektrisch betriebenes Kleinflugzeug des slowenischen Herstellers Pipistrel. Dieser hat das Elektroflugzeug nach eigenen Angaben für die Pilotenausbildung entwickelt. Avinor betreibt sämtliche Flughäfen Norwegens und ist dementsprechend ein wichtiger Ansprechpartner der Regierung, wenn es um Pläne zur Luftfahrt geht.

Bislang lag die Problematik elektrischer Flugzeuge in schwachen Antrieben und entsprechend geringen Sitzmöglichkeiten. Laut Falk-Petersen soll sich dies innerhalb der kommenden Jahre ändern: Bis 2025 will der Betreiber Passagiermaschinen in Betrieb nehmen, die zwischen 25 und 30 Personen befördern können. Im Vergleich zu herkömmlichen Linienflügen wirkt diese Zahl verschwindend gering – für Kurzstrecken solle sie jedoch ausreichen.

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Raue Landschaft fordert Alternativen

2019 sollen in Norwegen schon die ersten Viersitzer des slowenischen Herstellers abheben. Doch wie es sich mit der Mobilität – ob zu Land, Wasser oder Luft – so oft verhält, schläft die Konkurrenz nicht. Wie das Beratungsunternehmen Roland Berger berichtet, sollen sich alleine zum jetzigen Zeitpunkt mehr als hundert weiterer Projekte mit der Thematik des elektrischen Passagierflugs beschäftigen.

Auch die raue – wenn auch schöne – Landschaft des skandinavischen Landes spielt für die Mobilität eine Rolle. Mit ambitionierten Methoden und Plänen möchte man die Natur und Vielfalt Norwegens erhalten. Dafür braucht es neue Ideen, denn auch nach Umstieg vom Verbrenner auf ein Elektroauto sind Fahrten durch die Berge und eisige Strecken teils ein schwieriges Unterfangen. Der Ausbau von Zugstrecken wird durch das raue Pflaster ebenfalls behindert. Daher scheinen elektrisch betriebene Flugzeuge derzeit die beste Alternative – wie sich die Pläne Solvik-Olsens halten, bleibt dennoch abzuwarten.

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