Seit 2020 befindet sich die Gigafactory von Elon Musks Unternehmen Tesla in Grünheide im Bau. Die Errichtung der Fabrik ist umstritten, aus Politik, Umweltschutzorganisationen und der Anwohnerschaft gibt es Bedenken zum gigantischen Vorhaben. Und noch bis vor Kurzem fehlte sogar die offizielle Baugenehmigung. Die ist nun endlich da und der Konzern möchte noch im März 2022 die ersten Autos an die Endkund*innen überreichen. Von einem wirklich reibungslosen Ablauf ist das Vorhaben aber noch weit entfernt. Zu den vielen Herausforderungen gesellt sich nun auch die Wasserversorgung des Werkes.

Teslas Gigafactory: Probleme mit dem Wasser

So eine große Fabrik braucht natürlich jede Menge Ressourcen. Und eine davon ist Wasser, sehr viel Wasser. Doch einem Bericht von Golem zufolge ist die entsprechende Versorgung problematisch. Erst vor Kurzem hat das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) eine vorangegangene Genehmigung für die Förderung von Wasser aus dem Wasserwerk Eggersdorf 2020 als rechtswidrig bezeichnet.

Damit gab das Gericht einer Klage des Naturschutzbunds Brandenburg und der Grünen Liga statt, die Wasserentnahme sei „nicht vollziehbar“ gewesen. Dabei habe erst kürzlich Umweltminister Axel Vogel von den Grünen die Situation noch als im „grünen Bereich“ angesehen. Die Linksfraktion hingegen fordert einen runden Tisch nach dem Urteil, an dem verschiedene Betroffene und Interessenvertretungen teilnehmen sollen. Ziel sei die sichere Wasserversorgung von Menschen, ein gesunder Wasserhaushalt sowie die bedarfsgerechte Versorgung der Fabrik.

Stein des Anstoßes war ein Verfahrensfehler. Für die Gigafactory hatte man zunächst eine Erhöhung der Wasserfördermenge von 2,5 auf 3,57 Millionen Kubikmeter im Jahr bewilligt. Allerdings habe es keine Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Entscheidung gegeben. Diese müsse nachgeholt werden, erst danach dürfe die erhöhte Förderung wirklich beginnen. Gegen das Urteil können aber auch Rechtsmittel eingelegt werden. Offizielle Verlautbarungen zu den möglichen Folgen einer geringeren Wasserversorgung für Tesla gibt es nicht.

Erste Autos im März

Die Erteilung der Baugenehmigung für Tesla verzögerte sich indes monatelang, obwohl die Arbeiten schon längst begonnen hatten. Jüüngst wurde es dann ganz offiziell gemacht, wie Electrek berichtet. Dem voraus ging die umweltbehördliche Genehmigung, die ebenfalls bis zum Schluss fehlte.

Für die Firma soll es jetzt ganz schnell gehen. Allerdings hatte man bereits inoffiziell mit der Produktion begonnen. Erste Einladungen hat Tesla jedenfalls an die Kundschaft versendet: Am 22. März 2022 sollen dann die allerersten Model Y-Autos den Besitzer oder die Besitzerin ganz regulär wechseln.

Auflagen-Monstrum birgt Probleme für Tesla

Ob von hier an alles reibungslos verlaufen wird, muss sich noch zeigen. Die finale Baugenehmigung umfasst jedenfalls 536 Seiten und ist an 400 Auflagen geknüpft. Einem Bericht nach plant Tesla ihre Einhaltung innerhalb von zwei Wochen sicherzustellen. Und natürlich müsste dies anschließend überprüft werden. Ferner soll es für einen vorübergehenden Zeitraum möglich sein, gegen die Genehmigung Einspruch zu erheben. Die Zeit drängt also, möchte man den Termin am 22. März auch wirklich einhalten.

Tesla darf offiziell bis zu 500.000 E-Autos jährlich im Brandenburgischen Grünheide produzieren, hinzu kommen begleitende Prozesse wie die Herstellung von Batteriezellen. Bereits 3.000 Leute sollen bereits angestellt worden sein, Tendenz steigend. Der Standort bei Berlin ist von großer Wichtigkeit für das Unternehmen, um seine Stellung auf dem europäischen Markt weiter auszubauen.

Um seine zukünftige Kundschaft zufriedenzustellen, wählte Elon Musk eine ungewöhnliche Methode für die Gigafactory. Dadurch möchte er noch mehr Käufer*innen anlocken.

Quelle: Electrek, Golem

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