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ADAC-Präsident über (Elektro-)Autos, Bahn und Co: „Vor dieser Entwicklung warnen wir“

Christian Reinicke zeigt sich im Interview offen. Nicht nur Verbrenner, sondern auch Elektroautos müssten erschwinglich sein.

Škoda iV an einer Ladesäule
u00a9 bublik_polina - stock.adobe.com

Elektroautos für unter 18-Jährige // IMTEST

Noch keine 18 Jahre alt aber Lust auf Mobilität? Mit diesen kleinen Elektroautos ist das möglich.

Christian Reinicke, Präsident des ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club), sprach kürzlich über seinen Ansatz zur Mobilität und die Herausforderungen, vor denen die Branche steht. Er betonte die Notwendigkeit bezahlbarer und vielfältiger Mobilitätsoptionen und warnte davor, ein Verkehrsmittel gegen ein anderes auszuspielen. Das gelte auch für Elektroautos.

„Mobilität muss bezahlbar bleiben“

Reinicke, der in Hannover wohnt, sagte im Interview mit der Augsburger Allgemeinen, dass er je nach Situation gerne verschiedene Verkehrsmittel nutze, darunter die Bahn und das Fahrrad. Er wies darauf hin, dass der ADAC als Mobilitätsdienstleister bestrebt sei, seinen Mitgliedern eine Reihe von Optionen anzubieten.

Dazu gehöre auch Pannenhilfe für Fahrräder. Der ADAC-Präsident räumte ein, dass Verbrenner und Elektroautos nach wie vor ein wichtiges Verkehrsmittel seien, vor allem für seine Generation. Aber er argumentierte, dass Mobilität wichtiger sei als ein bestimmtes Verkehrsmittel. Reinicke glaubt, dass es gute Alternativen zum Auto gibt und dass der ADAC sie fördern sollte. Reinicke äußerte sich besorgt über die steigenden Kosten der Mobilität, insbesondere für diejenigen, die Schwierigkeiten haben, sie zu bezahlen.

„Vor dieser Entwicklung warnen wir als ADAC. Mobilität muss bezahlbar bleiben. Doch es gibt schon jetzt viele Menschen, die nicht wissen, wie sie ihre Mobilität bezahlen sollen. Das 49-Euro-Ticket ist hier ein Schritt in die richtige Richtung. Ich bin auch dafür, dass Fern-Busse in das 49-Euro-Ticket aufgenommen werden, weil es Strecken gibt, auf denen nur Fern-Busse und eben keine Züge fahren.“

Christian Reinicke

Reinicke fordert „bezahlbare Elektroautos“

Gerade kleinere Autos seien hierzulande in den letzten fünf Jahren „um über 30 Prozent teurer geworden“, so der 51-Jährige. „Die hohen Strompreise machen mir Sorgen.“

Auch die Industrie zieht der ADAC dabei ganz direkt in die Verantwortung. „Ich fordere die deutschen Hersteller auf, bezahlbare Elektroautos zu bauen, damit Menschen auf die neue Form der klimafreundlichen Mobilität umsteigen“, zitiert die Augsburger Allgemeine. „Wir brauchen Elektro-Volkswagen. E-Mobilität darf nicht wohlhabenden Eigenheimbesitzern mit einer Solaranlage und einer eigenen Wallbox zum Laden vorbehalten sein.“

„Klimaschutz steht in unserer Satzung“

Reinicke warnte, dass die Szenarien für den Hochlauf der Elektromobilität auf günstigen Bedingungen basierten, die sich inzwischen geändert hätten. Er sei der Meinung, dass erschwingliche E-Autos, vor allem aus deutscher Produktion, notwendig seien, um den Markt wettbewerbsfähig zu halten und nicht an chinesische Autohersteller zu verlieren.

Seine Sorge sei, dass Elektroautos vorrangig von besser verdienenden Menschen gekauft würden. „Doch Elektromobilität darf keine Frage des Geldbeutels sein. Sonst bekommen wir die Mobilitäts- und Klimawende nicht hin. Alle gesellschaftlichen Kräfte stehen hier in der Pflicht.“ Das gelte auch für den ADAC.

„Klimaschutz steht in unserer Satzung. Doch auch die Bundesregierung muss umdenken. Die Zuständigkeiten für Klimaschutz im Verkehr sind auf viele Ministerien verteilt, das führt zu Reibungsverlusten und Maßnahmen widersprechen einander.“

Christian Reinicke

Quelle: Augsburger Allgemeine

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