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Verbrenner-Verbot „keineswegs sicher“: Daran könnte es scheitern, zeigt Studie

Das Verbrenner-Verbot der EU könnte kläglich scheitern. Darauf weist eine neue Studie des Europäischen Rechnungshofes hin.

Elektroauto-Batterie
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In einer Welt, die immer mehr Wert auf Umweltschutz legt, gewinnt die Balance zwischen Ökologie und Ökonomie zunehmend an Bedeutung. Das angestrebte Ziel ist eine nachhaltige Wirtschaft. Doch der Übergang zu nachhaltigen Praktiken ist mit bedeutenden Herausforderungen verbunden. Dies wird besonders in der Automobilbranche sichtbar, insbesondere im Kontext der Europäischen Union und ihrer Pläne für ein Verbrenner-Verbot.

Verbrenner-Verbot steht vor Dilemma

Die EU hat sich selbst eine Herausforderung auferlegt: Ab 2035 sollen nur noch emissionsfreie Autos auf die Straße gebracht werden. Allerdings hat sich mit dem Verbrenner-Verbot ein Dilemma aufgetan. Eine Studie hat Zweifel daran geweckt, ob die geplanten Produktionskapazitäten für Elektroauto-Batterien in der EU Realität werden können. Das könnte bedeuten, dass die EU das Ende des Verbrennungsmotors aufschieben oder sich mit dem Import einer großen Anzahl von Batterien oder Elektroautos abfinden muss; eine Lösung, die der heimischen Wirtschaft schaden würde.

Das bereits erwähnte Dilemma wurde durch das Vorgehen des Elektroauto-Riesen Tesla noch unterstrichen. Ursprünglich hatte Tesla geplant, auf dem Gelände seiner deutschen Gigafactory bei Berlin eine der größten Batteriefabriken der Welt zu bauen. Im vergangenen September wurde Teslamag.de zufolge jedoch bekannt gegeben, dass das Unternehmen seine Ressourcen nach Texas verlagert habe. Dies geschah trotz einer zugesagten Milliardensubvention in Deutschland, die Tesla aufgrund zu hoher Konditionen abgelehnt haben könnte.

China dominiert bei Elektroautos

Laut der Studie plant die EU bis 2030 eine Batterieproduktionskapazität von 1.200 Gigawattstunden. Das könnte ausreichen, um den Beschluss zu unterstützen, dass ab 2035 nur noch emissionsfreie Autos neu zugelassen werden sollen. Allerdings ist die Realisierung dieser Kapazität „keineswegs sicher“, so die Studie. Eine aggressive Förderung in den USA, ein Mangel an Rohstoffen und steigende Energiepreise in Europa könnten dem entgegenwirken.

Sollten die geplanten Produktionskapazitäten nicht realisiert werden, könnten zwei Worst-Case-Szenarien eintreten: Erstens könnte die EU gezwungen sein, das Verbrenner-Verbot später als 2035 einzuführen, was bedeuten würde, dass die Emissionsziele nicht erreicht werden. Zweitens müsste die Nachfrage nach Batterien oder sogar kompletten Elektroautos hauptsächlich von Drittländern gedeckt werden.

In diesem Fall könnte ein erheblicher Teil der bestehenden Wertschöpfungskette und damit wahrscheinlich auch Arbeitsplätze bei europäischen Autoherstellern verloren gehen. Die zunehmende Dominanz der chinesischen Autohersteller auf ihrem Heimatmarkt, die durch den starken Trend zu Elektroautos gekennzeichnet ist, ist bereits ein Indikator für diese möglichen Folgen. Sie nehmen den westlichen Herstellern immer mehr Marktanteile ab. Insgesamt unterstreicht diese Situation, wie komplex der Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft ist. Es wird deutlich, dass Ökologie und Ökonomie nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene in Einklang gebracht werden müssen.

Quelle: „Special report 15/2023: The EU’s industrial policy on batteries – New strategic impetus needed“ (Europäischer Rechnungshof, 2023); Teslamag.de

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