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Elektroautos: So könnte Europa China Paroli bieten, erklärt Experte

Im Rennen um die Vorherschafft im E-Segment nehmen chinesische Hersteller eine zunehmend gefestigte Rolle ein. Dr. Wolfgang Bernhart meint zu wissen, wie man das ändern könnte.

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Der Markt für Batterien von Elektroautos erlebt einen rasanten Aufstieg, angeführt von China. Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger und dem Lehrstuhl Production Engineering of E-Mobility (PEM) der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen zeigt, dass Chinas Batterieproduktionskapazität die globale Nachfrage weit übertrifft. Das schnelle Wachstum im Sektor der Lithium-Ionen-Batterien treibt diesen Trend an.

Bei Elektroautos: China macht Europas Herstellern Druck

Chinas Batterieproduktion soll bis 2030 etwa 6.000 Gigawattstunden erreichen. Diese Kapazität könnte 60 bis 70 Millionen durchschnittliche Elektrofahrzeuge ausstatten und somit den gesamten weltweiten Marktbedarf übersteigen. Asiatische Hersteller wie CATL, BYD, LG und Panasonic haben einen erheblichen Vorsprung und schaffen ein Ungleichgewicht bei der Produktionskapazität weltweit.

Europäische Hersteller von Batteriezellen stehen dadurch vor intensivem Wettbewerb mit ihren asiatischen Konkurrenten. Laut dem Roland Berger-Berater Dr. Wolfgang Bernhart müssten europäische Hersteller*innen Initiativen zur Kostensenkung und Qualitätsverbesserung beschleunigen, um konkurrenzfähig zu bleiben, insbesondere gegenüber Giganten wie CATL und BYD.

Die Marktdynamiken würden durch nationale Politiken geprägt, erklärte der 61-Jährige im Interview mit dem Manager Magazin. Beispielsweise würden hohe Zölle in den Vereinigten Staaten es weniger wahrscheinlich machen, dass Chinas überschüssige Batteriekapazitäten dort einen Markt finden. Dadurch bleibe Europa als Hauptzielmarkt für diese Exporte. Die europäischen Hersteller „werden unter enormen Druck geraten“, so Dr. Bernhart.

Nachhaltigkeit ist „das wichtigste Kriterium“

Die Unabhängigkeit Europas von chinesischen Batterieimporten zu erreichen, sei eine herausfordernde, aber machbare Aufgabe. Unter Einbeziehung von Faktoren wie Transport und Zölle könne die europäische Produktion mit den Importen konkurrieren. Europäische Hersteller hätten auch den Vorteil, Materialien günstiger einzukaufen als ihre chinesischen Pendants.

Die ab Februar 2024 geltenden neuen EU-Regelungen werden strengere Nachhaltigkeitsstandards für Batterien festlegen. „Auch die asiatischen Zellhersteller achten viel stärker auf ihre CO₂-Emissionen – weil es die Kunden fordern, insbesondere in Westeuropa“, betont der Partner im Stuttgarter Büro von Roland Berger. „Nachhaltigkeit ist neben den Kosten das wichtigste Kriterium bei der Auswahl von Vorlieferanten.“

Die Sorgen um Lithiumknappheit hätten aufgrund der Einleitung großer Abbauvorhaben nachgelassen. Dennoch bestünden Risiken in den Raffineriekapazitäten, insbesondere außerhalb Chinas. Dies könnte zu Preisschwankungen führen, die den globalen Batteriemarkt beeinflussen.

Quellen: Manager Magazin

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