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Elektroautos: Experten warnen vor fatalem Rückschritt – „es fehlt an Aufklärung“

Als einen der größten Feinde von Elektroautos sehen zwei Experten den Mangel an Aufklärung. Dem müsse man entgegenwirken.

Unterbau eines Elektroautos
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Die Europäische Union (EU) plant, Verbrennungsmotoren bis 2035 abzuschaffen. Konservative Politikerinnen und Politiker sowie große Autohersteller wie Volkswagen und Mercedes-Benz äußern Bedenken. Auch in der Bevölkerung regt sich Widerstand. Kritische Stimmen beklagen eine „Klimadiktatur“ und bezweifeln die Wirkung der Entscheidungen Deutschlands und der EU im Vergleich zu denen Chinas, Russlands und der USA. Trotz dieser Entwicklungen glaubt der Verkehrsexperte Helmut Holzapfel an die Zukunft der Elektroautos und daran, dass die Tage des Verbrennungsmotors gezählt sind.

Elektroautos vs. Öl-Lobby

Holzapfel leitet das Zentrum für Mobilitäts­kultur in Kassel. Im Interview mit Klimareporter verglich er den aktuellen Trend, dass Käufer*innen wieder auf Verbrennungsmotoren setzen, mit aktuellen Entwicklungen im Heizungssektor. „Da boomen die Gasthermen, die bei vielen Haushalten bald Schocks durch steigende CO2-Preise auslösen dürften“, so der 74-Jährige.

Er hob städtische Initiativen hervor, wie die Entscheidung Stockholms, Verbrennungsmotoren in Teilen der Stadt zu verbieten. Viele weitere europäische Städte planen, bis 2030 oder 2035 CO2-frei zu sein. Mit Verbrennern sei das nicht möglich, weswegen entsprechende Verbote bereits in Arbeit seien. Im Kaufverhalten der Kundinnen und Kunden spiegeln sich diese jedoch kaum wider.

„Der Verbrenner hat keine Zukunft, doch es fehlt an Aufklärung dazu“, betonte Holzapfel. Grund dafür seien mitunter Lobbygruppen, die hinter dem Verbrennungsmotor stehen. „Die mächtigste ist die Ölindustrie, ihr Einfluss auf die Politik ist gewaltig.“ Sie steuere „eine völlig abseitige Propaganda gegen Elektroautos“.

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„Elektromobilität ist viel effizienter“

Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM), glaubt, dass Elektroautos unvermeidlich sind. Er kritisierte gegenüber ntv das strikte Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 als möglicherweise kontraproduktiv aufgrund seiner ideologischen Grundlagen. „Das hätte man geschickter angehen sollen: durch CO2-Einsparziele, die dazu geführt hätten, dass 2035 faktisch kaum noch Verbrenner gebaut worden wären.“

Trotzdem besteht er darauf, dass der Übergang fortgesetzt werden müsse, um öffentliche Selbstzufriedenheit zu verhindern. Diskussionen über technologische Offenheit, geführt von Parteien wie der FDP oder der CDU/CSU seien seiner Meinung nach irreführend. Denn Teile dieser Parteien bringen immer wieder vermeintliche Alternativen ins Spiel. Besonders beliebt: E-Fuels.

Öffentlichkeitswirksame Fehleinschätzungen wie jene des CDU-Politikers Christoph Ploß und Denkfehler, vor denen auch namhafte Experten wie der Ingenieurwissenschaftler Volker Quaschning oder Wissenschaftsjournalist Harald Lesch warnen, befeuern den Unmut gegenüber Stromern. Immerhin sei es doch möglich, den alten Verbrenner mit sauberen E-Fuels weiter zu betreiben, oder?

Der Experte verneint dies. „Einzelne könnten damit fahren, aber für die Masse fehlen die Mengen“, betone Bratzel. „Die Elektromobilität ist viel effizienter.“ Sie werde das Rennen machen.

Quelle: Klimareporter, ntv

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