Die Faszination dafür, bei einem Gewitter die Entfernung zu berechnen, um herauszufinden, wie lange Blitz und Donner noch ungefähr für den Weg zu dir brauchen, reicht bei vielen wohl in die Kindheitstage zurück. Gerade noch auf dem Fußballplatz gestanden, kündigt ein grollender Donner an, dass die Zeit der sportlichen Betätigung wohl oder übel um ist und man sich ranhalten sollte, wenn man es noch im Trockenen nachhause schaffen möchte. Doch wie kann man bei einem Gewitter überhaupt die Entfernung berechnen? Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, die wir dir im Folgenden erklären.

Gewitter: Entfernung berechnen auf mehrere Arten möglich

Vielleicht erinnerst du dich: Um bei einem Gewitter die Entfernung zu berechnen, ist die Zeit, die zwischen Blitz und Donner liegt, entscheidend. Zumindest besagt dies die gute alte Faustregel, die uns als Kind häufig von Älteren eingebläut wurde. Doch nicht immer haben wir diese verstanden und meist reichte es, ungefähr zu wissen, wie das Ganze funktioniert.

Heute, als Erwachsene:r, hast du dich bestimmt schon öfter einmal gefragt, wie das mit der Entfernung von Blitz und Donner noch mal genau funktioniert hat. Dabei stehen uns dank Smartphone und Co. heute ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung, als es damals noch der Fall gewesen sein dürfte. Doch auch die klassische Variante, bei der du im Kopf einfach mitzählen kannst, funktioniert noch immer. Egal, wie du dich am Ende entscheidest: Wir verraten dir, wie du bei einem Gewitter die Entfernung berechnen kannst.

Möglichkeit #1: Mitzählen und Kopfrechnen

Die erste, aber nicht immer einfachste Möglichkeit, bei einem Gewitter die Entfernung zu berechnen, ist völlig ohne die Hilfe technischer Geräte möglich und mit Sicherheit hast du schon einmal mindestens von ihr gehört. Entscheidend ist dabei der zeitliche Abstand zwischen Donner und Blitz, den wir durch einfaches gedankliches Mitzählen herausfinden können, aber auch eine Armbanduhr bietet sich zur Messung an.

Zählst du im Kopf mit, so fängst du am besten damit an, dich in normaler Sprechgeschwindigkeit mit Tausender-Schritten vorwärts zu bewegen, sobald du den Blitz am Himmelszelt sehen kannst. Hörst du nachfolgend den Donner, so stoppst du unmittelbar mit dem Zählen. Die von dir gemessene Zeit benötigst du für den nächsten und entscheidenden Schritt, um die Entfernung des Gewitters berechnen zu können.

Jetzt wird es nämlich interessant: Die von dir gemessene Zahl in Sekunden multiplizierst du mit dem Wert 343. Hast du dies getan, so kommst du auf die Entfernung in Metern, in welcher sich Blitz sowie Donner zu dir befinden. Geteilt durch die Zahl 1.000 hast du anschließend sogar die Kilometerzahl ausgerechnet.

Möglichkeit #2: Gewitter-Rechner im Smartphone

Wie könnte es auch anders sein: Um bei einem Gewitter die Entfernung zu dir berechnen zu können, gibt es natürlich entsprechende Rechner, die du über dein Smartphone bei einem Unwetter um Rat bitten kannst. Diese berechnen dir nach der Eingabe der von dir gezählten Sekunden, wie weit das Unwetter noch braucht, bis es bei dir angelangt ist.

Fragst du Google nach einem „Blitzrechner“ oder „Gewitterrechner“, werden dir gleich mehrere Tools vorgeschlagen. Alle funktionieren auf die selbe Art und Weise: Mit einem Regler oder per Eingabe wählst du aus, wie viele Sekunden du zwischen Blitz und Donner zählen konntest. Anschließend multipliziert der Rechner deine Eingabe ebenfalls mit dem Wert 343 und spuckt dir aus, wie weit sich der Sturm noch von dir weg befindet. Die Funktionsweise des Rechners ist also keine andere als die, die du mit der Kopfrechnen-Methode ebenfalls nutzt.

Die magische Zahl 343 und warum sie so wichtig ist

Sicher fragst du dich schon die ganze Zeit, was es eigentlich mit dem Faktor 343 auf sich hat und warum ausgerechnet diese merkwürdig aussehende Zahl so entscheidend dabei ist, die Entfernung eines Gewitters zu berechnen. Die Antwort liefert der Schall.

Der Schall bewegt sich bei einer durchschnittlichen Lufttemperatur von etwa 20 Grad Celsius mit einer Geschwindigkeit von 343,2 Metern pro Sekunde. Somit ist er langsamer als Licht, was der Grund dafür ist, warum du einen Blitz siehst, bevor du das Donnern vernehmen kannst. Die Schallgeschwindigkeit ist es also, mit der du die in Sekunden gemessene Zeit zwischen Blitz und Donner multiplizierst, bevor du das Ergebnis wiederum durch 1.000 dividierst, um die Entfernung des Gewitters in Kilometern relativ exakt zu wissen.

Ein Beispiel für die Berechnung der Entfernung eines Gewitters sähe so aus: Die Zeit, die du zwischen Blitz und Donner messen konntest, beträgt 7 Sekunden. Nun multiplizierst du 7 mit der Schallgeschwindigkeit, welche wie bereits erklärt gerundet 343 Meter pro Sekunde beträgt . Bevor du jetzt den Taschenrechner zückst: Das Ergebnis lautet 2.401.  Teilst du dein Ergebnis durch 1.000, so erhältst du einen Weg von etwa 2,4 Kilometern und voila: Du hast die Entfernung des Gewitters ausgerechnet.

Wenn es mal schnell gehen muss…

Es gibt noch eine weitere, wesentlich simplere, aber dafür auch unpräzisere Faustregel, mit der sich bei einem Gewitter die Entfernung berechnen lässt. Dennoch kann sie wichtig sein, wenn du beispielsweise auf unsicherem Terrain Zelten bist und dir wenig Zeit bleibt, zu entscheiden, ob es nötig ist, dein Camp woanders aufzuschlagen oder dir eine Schutzmöglichkeit zu suchen. Auch dabei zählst du die Sekunden zwischen Blitz und Donner. Anschließend teilst du die von dir gemessene Zahl durch drei um herauszufinden, wie viele Kilometer das Unwetter noch ungefähr entfernt ist.

Bei all den Möglichkeiten, herauszufinden, in welcher Entfernung ein Gewitter zu dir liegt, kann es auch interessant sein, zu wissen, wie ein solches überhaupt entsteht. Außerdem schaffen wir endlich Klarheit, wie gefährlich es wirklich ist, bei einem Gewitter zu duschen. Und wie steht es um die heißgeliebte Flimmerkiste? Ist es ungefährlich, bei einem Gewitter den Fernseher zu benutzen? Wir haben die Antwort.

Quelle: eigene Recherche

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