Vom 31. Oktober bis zum 12. November 2021 tagen die Vereinten Nationen im Zeichen der Klimakrise. Schon im Laufe der vergangenen Wochen und Monaten adressierten Wissenschaftler:innen aus aller Welt die Versammlung und fordern die Staatsoberhäupter zum Handeln auf. Auch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) nutzt die UN-Klimakonferenz in Glasgow dazu, um auf globale Notstände wie den Wassermangel aufmerksam zu machen.

UN-Klimakonferenz: Was ist das?

Die UN-Klimakonferenz (engl.: United Nations Climate Change Conference) findet schon seit 1995 (Berlin) jährlich statt. Lediglich 2020 entfiel sie aufgrund der herrschenden Corona-Pandemie. Lange Zeit befasste sie sich mit der Nachfolge des Kyōto-Protokolls, das 2012 auslief. Sinn war also die Formung eines neuen völkerrechtlich verbindlichen Instruments für die globale Klimapolitik.

Erst im Rahmen der 21. Klimakonferenz (Paris, 2015) beschlossen die Vereinten Nationen die neue, bis heute geltende UN-Klimarahmenkonvention. Sie beinhaltet mitunter die Bremsung der Erderwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius. Bis Mitte des 21. Jahrhunderts sollten die globalen Netto-Treibhausgasemissionen dazu auf null gesenkt werden. Heute aber ist klar: das reicht nicht.

Klimawandel, Luftverschmutzung und Wassermangel

Schon in direkter Folge auf das Pariser Klimaabkommen wurde Kritik laut. Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen mahnten die Regierungen der Welt zu einer strikteren Politik – lange vergebens. Im Rahmen der 26. Versammlung in Glasgow soll sich das ändern. Weltweit fanden im Laufe der letzten zwei Jahre, insbesondere aber in den vergangenen paar Monaten Umbrüche statt, die das Handeln unerlässlich machen. Die Relevanz des Themas spiegelte sich hierzulande zuletzt in der Bundestagswahl 2021 wider, als Bündnis 90/Die Grünen ein Rekordergebnis von 14,8 Prozent verzeichnen konnten.

Im Fokus der Proteste stehen der Klimawandel sowie das damit einhergehende Artensterben, die Luftverschmutzung, besonders in den Städten, aber auch der weltweite Wassermangel. Die Weltorganisation für Meteorologie schließt sich dem an und hält die Regierungen im Vorlauf der UN-Klimakonferenz (COP 26) abermals dazu an, Aktion zu ergreifen. „Wir müssen uns der drohenden Wasserkrise stellen“, konstatiert etwa der WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

UN und WMO gehen Hand in Hand

Erst jüngst hat die Weltwetterorganisation „The State of Climate Services 2021: Water“ veröffentlicht. Darin unterstreicht die Sonderorganisation der Vereinten Nationen den dringenden Handlungsbedarf. Besonders hebt der Bericht die Verbesserung der kooperativen Wasserbewirtschaftung hervor, aber auch die generelle Einführung einer integrierten Wasser- und Klimapolitik. Konkret warnt das Bündnis davor, dass bis 2050 mehr als fünf Milliarden Menschen Schwierigkeiten beim Zugang zu Wasser haben können.

„Der Temperaturanstieg führt zu globalen und regionalen Niederschlagsveränderungen, die sich in veränderten Niederschlagsmustern und landwirtschaftlichen Jahreszeiten niederschlagen, was erhebliche Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit, die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen hat.“

Professor Petteri Taalas

Das vergangene Jahr sei von einer Reihe extremer wasserbezogener Ereignisse geprägt gewesen. In ganz Asien hätten extreme Regenfälle massive Überschwemmungen verursacht. „Millionen von Menschen wurden vertrieben, Hunderte kamen ums Leben“, so der Meteorologe. Aber nicht nur in den Entwicklungsländern hätten die Überschwemmungen zu großen Störungen geführt. Das bemerken wir auch in Europa. Erst Mitte des Jahres wurde auch Deutschland von Hochwassern heimgesucht.

„Wir müssen uns der drohenden Wasserkrise bewusst werden“

Das „anhaltende Versagen der führenden Politiker“ im Kontext der Klimakrise hatten Anfang September bereits mehr als 200 Gesundheitsexpert:innen kritisiert und vor „katastrophalen Schäden“ gewarnt. Der durch die UK Health Alliance on Climate Change koordinierte Zusammenschluss veröffentlichte seinen entsprechenden Leitartikel gezielt im Vorlauf zur UN-Klimakonferenz 2021. Ähnliche Relevanz lässt sich auch der Mahnung der WMO beimessen.

„Wassermangel ist für viele Länder, insbesondere in Afrika, nach wie vor ein großes Problem. Mehr als zwei Milliarden Menschen leben in Ländern mit Wasserknappheit und haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. […] Wir müssen uns der drohenden Wasserkrise bewusst werden.“

Professor Petteri Taalas

Quellen: „The State of Climate Services 2021: Water“ (2021, WMO); World Meteorological Organization; eigene Recherche

Du willst mehr von uns lesen? Folge uns auf Google News.

Neueste Videos auf futurezone.de