Die aktuelle „Mars 2020“-Mission der NASA dient vor allem dem Zweck, Spuren von Leben auf dem roten Planeten zu finden. Doch schon bevor der jüngste Mars-Rover Perseverance seine Arbeit dazu aufgenommen hatte, fand das Forschungsfahrzeug Curiosity etwas, das die Forschenden ihrem Ziel etwas näher bringen könnte: organische Moleküle. Deren Ursprung ist dabei besonders von Interesse, denn dieser könnte durchaus biologisch sein.

NASAs Mars-Rover: Noch unbekannte organische Spuren gefunden

In einer am 1. November 2021 in Nature Astronomy veröffentlichten Studie mit dem Titel „Organische Moleküle enthüllt in den Bagnold-Dünen des Mars mittels Curiositys Derivatizationsexperiment“ beschreiben die NASA-Forscherinnen und Forscher dahinter, welche Arten von organischen Verbindungen sie nachweisen konnten. Darunter befinden sich auch einige, die als „noch zu identifizieren“ gelten. Ob diese aus zeitlichen Gründen noch nicht untersucht wurden oder unbekannt sind, ist nicht bekannt.

  • Benzoesäure
  • Ammoniak
  • Phosphorsäure
  • Phenol
  • stickstoffhaltige Moleküle

Besonderes Augenmerk erhalten dabei die ersten beiden. Wie Inverse berichtet, sollen sowohl Benzoesäure als auch Ammoniak bisher noch nicht auf dem Mars beobachtet worden sein. Obwohl es sich um organische Verbindungen handelt, seien sie jedoch keine Biosignaturen. Immerhin könnten die Moleküle aber gute Indikatoren dafür sein, dass solche vorhanden sind.

Mars-Rover sammelte Proben schon 2017

Die aus den Bagnold-Dünen entnommenen Sandproben hatte NASAs Mars-Rover schon im März 2017 eingesammelt. Damals entschieden sich die Forschenden für ein neues Vorgehen bei der Analyse. Curiosity enthält im Inneren 74 Becher, von denen neun mit chemischen Reagenzien gefüllt waren.

„Im regulären Prozess, wenn wir Proben mit dem Roboterarm von Curiosity sammeln, würden wir sie in eine dieser (leeren) Becher fallen lassen. Aber in diesem Fall ließen wir die Probe in einen der Bereiche mit den chemischen Reagenzien fallen.“

Maëva Millan, Postgraduiertenstipendiatin an NASAs Goddard Spaceflight Center und leitende Autoorin der Studie

Indikatoren für ehemalige Bewohnbarkeit

Was das Team laut Inverse nicht erwartet hatte, war wie reich die Proben an organischen Molekülen waren. Nun geht es daran, deren „Elternmoleküle“ zu finden. Diese können Aufschluss darüber geben, wo ihre Herkunft liegt. Bisher besteht die Theorie, dass alle auf dem Mars gefundenen organischen Moleküle geologischen Prozessen entstammen, also nicht biologischer Natur sind.

Da die 2017 gesammelten Proben aber aus dem Gale-Krater des Mars stammen, der einst Wasser in sich getragen haben soll, könnten die Moleküle Indikatoren für vergangene Bewohnbarkeit sein.

Das ist NASAs Mars-Rover Curiosity

Anders als Perseverance, der im Rahmen der „Mars 2020“-Mission erst seit Februar 2021 auf der Oberfläche des roten Planeten agiert, befindet sich Curiosity schon deutlich länger vor Ort.

Ins All gestartet war der Mars-Rover 2011 und landete am 5. August 2012. Die Dauer seines Einsatzes ist bisher unbegrenzt. Mit dem Fahrzeug hat die NASA den bislang größten und fähigsten Rover zum Mars geschickt. Dieser gehört zur „Mars-Wissenschaftslabor“-Mission und soll Antworten auf die Frage „Gab es auf dem Mars jemals Umweltbedingungen, um kleine Lebensformen wie Mikroben zu fördern?“ finden.

Übrigens: „Unglaubliche Entdeckungen“ erwartet die NASA auch von Mars-Rover Perseverance. Dieser hatte selbst erst seine ersten zwei Steinproben entnommen.

Quellen: Nature Astronomy: „Organic molecules revealed in Mars’s Bagnold Dunes by Curiosity’s derivatization experiment“, Inverse

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