Seit Jahrhunderten erforschen die Menschen das Weltall. Erst betrachteten sie es nur, später schickten sie Sonden und reisten schließlich sogar zum Mond. Dieser Satellit der Erde ist aber nicht nur totes Gestein. Für die Forschung birgt er Potenzial, dass wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Unter der Mond-Oberfläche soll sich etwa genügend Sauerstoff befinden, um acht Milliarden Menschen für rund 100.000 Jahre am Leben zu erhalten. Was aber könnte uns diese Tatsache in Zukunft nützen?

Mond-Oberfläche: Erforschung schreitet voran

Bislang ist es uns noch nicht so richtig gelungen, die Ressourcen des Alls für uns zu nutzen. Klar, wir können Solaranlagen bauen, um die Energie der Sonne einzufangen. Vielmehr ist uns beim aktuellen Stand der Technologie aber nicht wirklich möglich. Umso interessierter sind Weltraumorganisationen an Technologien, die ebendiese Ressourcen nutzbar machen.

Aus diesem Grund investieren Regierungen in die Erforschung des Potenzials. Mitte Oktober gab darüber hinaus die NASA bekannt, in diesem und anderen Punkten mit der Australischen Raumfahrtagentur (ASA) kooperieren zu wollen. Gemeinsam wollen sie einen kleinen Rover entwickeln und diesen zur Mond-Oberfläche schicken.

„Dieses Abkommen wird dazu dienen, die langjährigen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Australien im Bereich der Weltraumforschung zu stärken – eine Beziehung, die mehr als ein halbes Jahrhundert bis zu den Tagen des Apollo-Programms zurückreicht Durch die Zusammenarbeit mit der australischen Weltraumbehörde und unseren Partnern auf der ganzen Welt wird die NASA im Rahmen des Artemis-Programms mehr Entdeckungen machen und mehr Forschung betreiben.“

NASA-Administrator Bill Nelson

Nutzung von Weltraumressourcen

Mitte letzten Jahres hat ein Team von Wissenschaftler:innen eine Studie veröffentlicht. Darin nehmen sie sich der Erforschung von Technologien zur Nutzung von Weltraumressourcen (Space Resource Utilisation, SRU) an. Einen speziellen Fokus legen sie dabei auf den Mond.

„Die Erzeugung von Sauerstoff auf dem Mond ist eines der ersten Ziele der SRU; dies kann durch die thermo-chemische Reduktion des Mondregoliths erreicht werden. […] Die Aufbereitung dieses Ausgangsmaterials, die so genannte Aufbereitung, ist eine kritische Zwischenstufe des SRU-Fließschemas.“

J. N. Rasera et al.

In seinem Bericht beschreibt das Team die physikalischen Grundlagen der wichtigsten Aufbereitungsmethoden, die für SRU geeignet sind.

Wo verbirgt sich der Sauerstoff?

Das Problem: Der Mond verfügt über keine Atmosphäre. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sich auf ihm kein Sauerstoff befindet. Tatsächlich verbirgt er sich bisherigen Forschungen zufolge lediglich unter der Mond-Oberfläche – und das in beeindruckenden Mengen. Um ihn zu fördern bräuchte es aber nach aktuellem Stand der Technik einen immensen Aufwand und schwere industrielle Gerätschaften.

Konkret verbirgt er sich im Regolith, also der decke aus Lockermaterial, die den Erd-Satelliten bedeckt. „Nehmen wir nun an“, schreibt John Grant, Dozent für Bodenkunde an der Southern Cross University, „dass die durchschnittliche Tiefe des Regoliths auf dem Mond etwa zehn Meter beträgt und dass wir den gesamten Sauerstoff daraus gewinnen können“. Das bedeute, dass die obersten zehn Meter der Mondoberfläche genug Sauerstoff liefern würden, „um alle acht Milliarden Menschen auf der Erde für etwa 100.000 Jahre zu versorgen“.

Das mittel- bis langfristige Ziel der Errichtung einer Mondbasis rückt durch die bisherigen Forschungen in greifbare Nähe.

Quellen: NASA; „The beneficiation of lunar regolith for space resource utilisation: A review“ (2020, Planetary and Space Science); The Conversation

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