Seit Jahrzehnten schon sammelt die Klimaforschung Daten aus aller Herren Länder. Gegenstand diverser Untersuchungen sind die Erwärmung der Erde und die damit einhergehende Veränderung der Atmosphäre. Auch im Rahmen der UN-Klimakonferenz (COP26) in Glasgow waren sie Thema. Doch zeigt erst eine jüngst veröffentlichte Forschungsarbeit, inwiefern der (menschengemachte) Klimawandel tatsächlich die Atmos-, speziell die Troposphäre, beeinflusst.

Klimawandel: Jahrzehnte der atmosphärischen Veränderungen

Anfang November schon machten Wissenschaftler:innen der University Corporation for Atmospheric Research ihre Untersuchungen publik. Sie veröffentlichten ihre Studie über den „kontinuierlichen Anstieg der Tropopause in der nördlichen Hemisphäre“ im Fachmagazin Science Advances. Bei der Tropopause handelt es sich um die Grenzschicht zwischen der Troposphäre (unten) und der Stratosphäre (oben).

Im Rahmen seiner Arbeit fasst das Team Daten aus mehreren Jahrzehnten der Wetterballonbeobachtungen zusammen. Hinzu kommen Informationen aus Satellitenmessungen, um den Anstieg der untersten Atmosphärenebene zu quantifizieren. Die Tropopause verschiebe die Grenze zur Stratosphäre pro Jahrzehnt um etwa 50 bis 60 Meter nach oben, so die Forscher:innen.

Tropopause
Lebenszyklus einer Gewitterzelle innerhalb der Troposphäre. Credit: Getty Images/QAI Publishing/Universal Images Group

„Eindeutiges Zeichen für die Veränderung der atmosphärischen Struktur

Der Anstieg der Troposphäre werde durch die Erwärmung von Temperaturen nahe der Erdoberfläche verursacht. Durch den Klimawandel dehne sich die Atmosphäre aus.

„Dies ist ein eindeutiges Zeichen für die Veränderung der atmosphärischen Struktur. Diese Ergebnisse sind eine unabhängige Bestätigung, zusätzlich zu all den anderen Beweisen für den Klimawandel, dass Treibhausgase unsere Atmosphäre verändern.“

Bill Randel, Wissenschaftler am National Center for Atmospheric Research (NCAR)

Geleitet wird das internationale Forschungsteam von Wissenschaftler:innen der chinesischen Nanjing-Universität. Unterstützt wurde der Zusammenschluss mitunter durch die National Science Foundation.

Natürlich oder menschengemacht?

Nicht immer lässt sich klar sagen, welche Faktoren für bestimmte Aspekte des Klimawandels verantwortlich sind. In diesem speziellen Fall aber, ist die menschliche Komponente kaum zu widerlegen. So hat das Team die Auswirkungen natürlicher Ereignisse statistisch genau berücksichtigt. Dazu gehören etwa Vulkanausbrüche und die periodische Erwärmung des Oberflächenwassers im östlichen tropischen Pazifik, bekannt als El Niño. Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler:innen die Rolle des vom Menschen verursachten Klimawandels isolieren.

„Die Studie zeigt zwei wichtige Wege auf, wie der Mensch die Atmosphäre verändert. Die Höhe der Tropopause wird zunehmend durch den Ausstoß von Treibhausgasen beeinflusst, obwohl die Gesellschaft die Bedingungen in der Stratosphäre durch die Einschränkung ozonzerstörender Chemikalien erfolgreich stabilisiert hat.“

Bill Randel, Wissenschaftler am National Center for Atmospheric Research (NCAR)

Quellen: „Continuous rise of the tropopause in the Northern Hemisphere over 1980–2020“ (2021, Science Advances); University Corporation for Atmospheric Research

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