Im November war die NASA gezwungen, die Umlaufbahn der ISS zu ändern, um eine mögliche Kollision mit einem Stück Weltraumschrott zu vermeiden. Wenige Tage später sorgten erneut Trommer im All für Probleme.

NASA musste ISS-Umlaufbahn ändern

Seit etwa 23 Jahren umkreist die Internationale Raumstation die Erde und wird Astronaut:innen aus der ganzen Welt besetzt. Anfang November 2021 musste die Umlaufbahn der ISS jedoch um 0,7 Meilen geändert werden. Die NASA und die russische Raumfahrtbehörde haben den Kurs angepasst, um eine Kollision mit Weltraumschrott zu vermeiden.

Der Weltraumschrott sind wohl Trümmern eines chinesischen Wettersatelliten, der vor 15 Jahren bei einem Raketentest zerstört wurde. Die Raumfahrtbehörde Roskosmos teilte das auf Twitter etwa zu der Zeit mit, als der Kurs angepasst wurde. Die Behörden sagen nicht öffentlich, wie groß das Fragment war, welches die ISS hätte treffen können (via Business Insider). Vor allem große Teile von Weltraumschrott können allerdings katastrophale Schäden verursachen.

Wenige Tage später: Neuer Vorfall

Wenige Tage nach der Änderung der ISS-Umlaufbahn, gab es einen weiteren Vorfall, der etwas mit Weltraumschrott zu tun hat:

Laut Medienberichten am 15. November musste die ISS zweimal wegen einer möglichen Kollision mit Satelliten-Trümmern kurzzeitig geräumt werden. Der Weltraumschrott war durch den Test einer russischen Anti-Satelliten-Waffe entstanden. Laut des russischen Verteidigungsministeriums soll es keine Gefahr für die Internationale oder chinesische Raumstation gegeben haben.

Die USA, die Nato und auch Deutschland kritisieren allerdings den Abschuss eines Satelliten durch die russische Armee, wie etwa Zeit.de berichtet. Das Auswärtige Amt teilt unter anderem mit:

„Die Bundesregierung ist sehr besorgt über den Test einer bodengestützten Antisatellitenrakete durch Russland am 15.11.2021, mit dem Russland einen eigenen Satelliten zerstört hat. Durch die Zerstörung des Satelliten im niedrigen Erdorbit ist eine Vielzahl von Trümmerteilen entstanden, die die freie und ungehinderte Nutzung des Weltraums für alle Staaten für Jahre beeinträchtigen werden. Durch diesen Test und entstandene Trümmerteile werden auch die Astronautinnen und Astronauten auf der Internationalen Raumstation zusätzlichen Risiken ausgesetzt.“

Auswärtiges Amt

Wie gefährlich ist Weltraumschrott?

Mehr als 8.500 Tonnen Weltraumschrott gibt es im All. Manche Trümmer sind groß andere sind kleiner. Gefährlich können aber alle Größen sein. „Wenn eine Aluminiumkugel von gerade mal einem Zentimeter Durchmesser so auf einen Satelliten trifft, hat sie die Energie eines Mittelklassewagens, der mit etwa fünfzig Stundenkilometern in ihn hineinfährt“, erklärt etwa Heiner Klinkrad, Chef für Weltraumtrümmer bei der ESA, laut BR Wissen.

Im Zusammenhang mit Weltraummüll sprechen Expert:innen häufig von dem Kessler-Effekt. Dieser beruht auf einer Theorie des ehemaligen NASA-Mitarbeiters Donald J. Kessler. Sie beschreibt die Gefahr, dass sich die Zahl der Trümmerstücke im Orbit in einer Kettenreaktion vervielfältigt: Eine Kollision erzeugt Trümmer. Und je mehr Trümmer es gibt, desto wahrscheinlicher werden weitere Kollisionen. So könnte etwa auch Elon Musks Starlink-Projekt viel Müll in unserem All erzeugen.

Die Änderung der ISS-Umlaufbahn sowie die Räumung der Internationalen Raumstation zeigen, dass Weltraumschrott durchaus ein Problem ist.

Quelle: Twitter/Roskosmos, Business Insider, Zeit.de, Auswärtiges Amt, BR Wissen

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