Zur morgendliche Routine gehört es in der Regel auch, dass Deodorant zum Einsatz kommt. Geht es nach der Wissenschaft, ist das allerdings der völlig falsche Moment. Denn tatsächlich soll eine ganz andere Zeit am Tag deutlich effektiver sein, damit sich die volle Wirkung deines Deos überhaupt entfalten kann.

Wie Deodorant benutzen? Der Zeitpunkt ist entscheidend

Anstatt – wie wahrscheinlich wir alle – am Morgen darauf zurückzugreifen, deuten einige Untersuchungen und Expertenmeinungen auf einen anderen, besseren Zeitpunkt für Deodorant hin: abends vor dem Schlafengehen.

Eine Einschränkung gibt es dabei: Die dazugehörige Regel bezieht sich ausschließlich auf Deodorant, das Antitranspirant enthält, also schweißhemmende Mittel. Während ein „normales“ Deo nur dazu gedacht ist, geruchsverursachende Bakterien zu töten oder zu überdecken, soll Ersteres dafür sorgen, weniger zu schwitzen. Um das zu erreichen, verstopft es die Drüsen und verringert die austretende Menge an Schweiß.

Deodorant eher nachts: Darum ist es besser

Wenn du schläfst, bist du weniger aktiv. Dabei sinkt deine Körpertemperatur und du schwitzt weniger. Genau dieser Mangel an Feuchtigkeit erlaubt es deinem Körper, die in den meisten Antitranspirantien enthaltenen Wirkstoff Aluminium schneller aufzunehmen. Wie der Dermatologe Dr. David Pariser, Präsident der American Academy of Dermatology gegenüber Consumer Report erklärt:

„Nachts, wenn Menschen weniger transpirieren, wird mehr des Wirkstoffs Aluminium in die Schweißdrüsen gezogen. Weil dort mehr Antritranspirant vorhanden ist, verstopft es die Poren effektiver.“

Dr. David Pariser, Dermatologe

Der besondere Vorteil: Laut Dr. Pariser soll der Effekt 24 Stunden und länger anhalten und selbst das morgendliche Reinigungsritual überdauern. Zudem sei es anderen Gesundheitsexpert:innen nicht schädlich, die Poren auf diese Weise zu verstopfen.

Wie schädlich ist Deo mit Aluminium?

Daber stellt sich allerdings die Frage, ob Aluminium in einem Deodorant unbedenklich ist. So gibt es Studien, die erklären, warum du auf Deo mit Aluminium verzichten solltest. Der Toxikologin Ariane Lenzner vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge, sieht es allerdings ganz anders aus:

„Der Beitrag von aluminiumhaltigen Antitranspirantien zur Gesamtaufnahme von Aluminium ist deutlich geringer als früher angenommen. Das haben neue Studien ergeben. Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch ihren regelmäßigen Gebrauch sind daher unwahrscheinlich.“

Ariane Lenzner, BfR-Toxikologin

Auch andere Untersuchungen kommen zu einem ähnlichen Schluss. So gäbe es bisher beispielsweise keine überzeugenden beweise durch multiple kurz- und langfristige Studien für einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und der Alzheimer-Krankheit, wie spekuliert wird, berichtet die Alzheimer’s Society. Auf ein Deodorant mit Aluminium brauchst du im Alltag also aus diversen Gründen nicht verzichten.

Weitere Tipps für die Morgenhygiene

Nicht nur bei der Verwendung von Deodorant hat die Forschung spannende Empfehlungen. So gibt es eine interessante Regel dazu, wie oft du wirklich duschen solltest. Geht es dagegen um die Gesichtsreinigung, machst du womöglich Fehler dabei, deine Ohren richtig zu reinigen.

Quellen: Consumer Reports, Apotheken-Umschau, Alzheimer’s Society

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