Obwohl sehr beliebt und vielseitig angewendet, ist das „Bohren“ mit Wattestäbchen im Inneren deines Ohrs nicht die Vorgehensweise, die du wählen solltest. Im Gegenteil, denn Expert:innen raten entschieden davon ab. Um deine Ohren zudem wirklich richtig zu reinigen, muss ein Bereich des Hörorgans mit deutlich mehr Aufmerksamkeit versorgt werden. Dieser wird bei der regelmäßigen Hygiene nämlich oftmals völlig vergessen und kann bei Vernachlässigung zu unerwarteten Gesundheitsproblemen führen.

Ohren richtig reinigen, Schritt #1: Weg mit den Wattestäbchen

Dass das Wattestäbchen im Ohr nichts verloren hat, ist aus ärztlicher Sicht schon immer klar, im Alltag sieht es natürlich ganz anders aus. Dennoch warnen Mediziner:innen und die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände davor, mit dem Hygieneartikel im eigenen Gehörgang zu hantieren. Wattestäbchen, aber auch andere Utensilien wie Haarnadeln oder Streichhölzer sind demnach gänzlich ungeeignet, um den inneren Teil der Ohren zu säubern. Der Grund ist einfach: Läuft es richtig schlecht, kannst du dir mit Ohrenstäbchen und Co. das empfindliche Trommelfell beschädigen oder sogar durchstechen. Das soll unter anderem sehr schmerzhaft sein. Um Ohren richtig zu reinigen, sollen andere Details wichtiger sein.

Denn, was viele zum einen nicht wissen: Ohren reinigen sich von selbst und Ohrenschmalz, medizinisch als Cerumen bezeichnet, hat durchaus eine sinnvolle Funktion, wie unter anderem Harvard-Forscher bestätigen. Es schützt die Haut im Inneren der Ohren vor Austrocknung, fängt Schmutz auf bevor er tief in den Gehörgang geraten kann und verhindert, dass Bakterien oder andere infektiöse Organismen das Innenohr erreichen.

Ohren richtig reinigen, Schritt #2: Auch dahinter ist Hygiene nötig

Zum anderen, und darauf achten die wenigsten, ist es den Expert:innen zufolge wichtig, auch den Bereich hinter den Ohren richtig zu reinigen. Das gilt zumindest für Personen mit längeren Haaren, Piercings und Ohrringen, Hautkrankheiten oder Verletzungen in dieser Region. Stimmt die Hygiene nicht, können Infektionen entstehen, wie Medical News Today berichtet. Der Grund ist, dass die Haut hinter den Ohren Schweiß, Öle und Rückstände von Haut oder Haarpflegeprodukten auffangen kann.

Um die Region gründlich zu säubern, helfen bereits Seife und warmes Wasser, am besten auf täglicher Basis, wie Health Digest empfiehlt. Mithilfe eines Spiegels kannst du dabei auch nach möglichen, bereits auftretenden Hautirritationen schauen. Um alte Hautschuppen zu entfernen, kannst du zusätzlich mehrfach pro Woche auf Peeling zurückgreifen.

Weitere Experten-Tipps, um die Ohren richtig zu reinigen

  • Nur die Stellen säubern, die mit dem kleinen Finger erreichbar sind.
  • Mit lauwarmem Wasser und einem Waschlappen nur die Ohrmuschel reinigen.
  • Der Grund: Während das Ohrenschmalz Dreck und Staub bindet, transportieren kleine Flimmerhärchen im Gehörgang überschüssiges Schmalz in Richtung der Ohrmuschel. Dort kann es dann entfernt werden, ohne das Ohr zu schädigen.

Willst du dennoch nicht darauf verzichten, das Innere deiner Ohren richtig zu reinigen, wende dich an Fachpersonal. Beim Hals-, Nasen-, Ohrenarzt beispielsweise wird dir geholfen, wenn deine Ohren gesäubert werden müssen.

Weitere Tipps für die Ohren

Ist dir beim Ohren-Reinigen Wasser ins Ohr geraten? Dann achte auf eine Maßnahme. Vorsicht ist auch geboten bei der Verwendung von In-Ear-Kopfhörern. Falsch angewendet können Apples AirPods und Co. deinen Ohren schaden. Dafür gibt es einen spannenden Trick wie die AirPods nicht mehr aus den Ohren fallen.

Quellen: Harvard Health Publishing, Medical News Today, Health Digest, eigene Recherche

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